Einschienenbahn stößt auf Widerspruch
Pattaya soll umweltfreundlicher und ein Weltklasse-Urlaubsort werden
Pattaya steht am Rande des Verkehrskollapses. Thais und Ausländer klagen über verdreckte Strände und schmutziges Meerwasser, über hohe Luftverschmutzung und ständige Blechlawinen auf der Beach- und Second Road. Dennoch erstellt die Designated Areas for Sustainable Tourism Administration (Dasta) für die Urlaubermetropole einen Plan für einen nachhaltigen und umweltfreundlichen Tourismus.
Die staatliche Agentur hat einen Blick in die Zukunft gewagt und kommt zu einem überraschenden Resultat: Die Zahl der Urlauber soll von 7 Millionen in 2009 auf 30 Millionen im Jahr 2017 ansteigen. Sie werden sich 7 bis 10 Tage in der Stadt aufhalten (derzeit sind es durchschnittlich 3 Tage) und 300 Milliarden gegenüber 60 Milliarden Baht im vorletzten Jahr ausgeben. Damit, so berichtet die englischsprachige Zeitung The Nation weiter, wird Pattayas Anteil an den Einnahmen der landesweiten Urlauberbranche auf 10 Prozent wachsen. Tourismusexperten halten das Zahlenwerk für nicht solide, für maßlos nach oben übertrieben.
Wenn in sechs Jahren in Pattaya 30 Millionen Menschen urlauben und geschätzte 200.000 Einwohner hier ihren Arbeitsplatz haben sollen, dann stehen Politiker, Stadtverwaltung und Privatwirtschaft vor großen Aufgaben. Ohne staatliche Hilfe werden die Probleme nicht zu bewältigen sein. Deshalb hat die Regierung die Dasta, eine staatliche Organisation unter dem Dach des Umweltministeriums, mit einem Masterplan beauftragt. Der Großraum Pattaya soll für Bevölkerung und Urlauber attraktiver und lebenswerter werden.
Den Dasta-Planern ist bewusst: Ohne Unterstützung der Bürger und der Wirtschaft kann ein nachhaltiger Strukturwandel nicht durchgesetzt werden. Deshalb hat die Agentur für die Stadt Pattaya, die acht Kommunen des Bezirks Banglamung und die vorgelagerten Inseln wie Larn und Pai nicht nur unterschiedliche Entwicklungsstufen formuliert. Bei einer Reihe von Bürgeranhörungen diskutierten die Gutachter ihre Vorstellungen mit den Betroffenen und notierten sich deren Wünsche: in Pattaya, Na Jomtien, Pong, Nongprue, Banglamung, Nongplalai, Khao Mai Kaeo, Huai Yai, Takhian Tia und Naklua.
Zu bewältigen sind in den kommenden Jahren nicht nur Probleme wie Emissionen, Verkehrsstaus und Umweltverschmutzung. Eine durchgreifende Besserung wünscht sich die Dasta weiter bei der Wasserversorgung, Müllbeseitigung, Stadtplanung, Sicherheit für Menschen und Immobilien bzw. Kriminalität, Hochwasserschutz, Küstenerosion und Infrastruktur für die stark wachsende Bevölkerung. Als nächsten Schritt wird die Agentur in etwa einem halben Jahr eine Studie zur Einteilung des Stadtgebietes in Zonen vorlegen, unter anderem für Entertainment und nachhaltigen Tourismus.
Pattayas Bürgermeister Itthipol Khunpluem wird es mit Unverständnis registriert haben: Sein „Kind“, Bau einer Einschienenbahn (Monorail) in der Innenstadt zur Entlastung des Straßenverkehrs, stößt bei der Dasta auf schärfsten Widerspruch.
Das Ziel ist abgesteckt: Die Lebensqualität soll verbessert, Pattaya ein „grünes“ Urlaubsziel mit einem Hauch von Weltklasse werden!
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