Für Mönche beginnt die Fastenzeit
Asanha Bucha und Buddhist Lent wichtige religiöse Feiertage
Mitte Juli beginnt mit zwei religiösen Feiertagen die dreimonatige buddhistische Fastenzeit (Khao Pansa). Der Asanha-Bucha-Tag am Freitag, 15. Juli, erinnert an die erste Predigt Buddhas in der Öffentlichkeit – vor fünf Schülern.
Nachdem Buddha in Bodhgaya seine Erleuchtung erlangt hatte, legte er in seiner berühmten ersten Lehrrede im Gazellenhain von Sarnath vor fünf Asketen die Grundzüge seiner Erkenntnis dar. Er verkündete die „Vier edlen Wahrheiten” vom Wesen des Leidens und dem Weg zu seiner Überwindung, die den Kern des Buddhismus darstellen. So setzte er das „Rad der Lehre” in Gang.
Die fünf Asketen bekehrten sich zu der von Buddha offenbarten Lehre und wurden die ersten Mitglieder seines Mönchsordens.
Diese zentrale Begebenheit in der religionsgeschichtlichen Entwicklung des Buddhismus wird besonders in Thailand als Asanha Bucha mit stimmungsvollen Zeremonien begangen. Die Gläubigen kommen am Abend des 15. Juli mit Opfergaben wie Kerzen, Räucherstäbchen und Blumen zu den Tempeln. Begleitet von den Mönchen umrunden sie in Lichterprozessionen die Heiligtümer, um danach ihre Opfer darzubringen und Gebete zu verrichten.
Die Asanha Bucha markiert zugleich den Beginn der dreimonatigen Fastenperiode und den Anfang der Regenzeit, an dem die jungen Männer ins Kloster eintreten. Überall im Land können Touristen eine „buat naag” (Ordinationsfeier) beobachten, mit denen die Novizen festlich in die Mönchsgemeinschaft aufgenommen werden. Dieser zeitlich begrenzte Aufenthalt dauert zwischen einer Woche und vollen drei Monaten.
Wie so viele thailändische Feierlichkeiten, ist auch eine „buat naag” eine Mischung von weltlich-fröhlich (am Abend vor der Ordination gibt der Novize für gewöhnlich eine Party für seine Freunde) und von tief religiös (der Novize tauscht eine weiße Bittstellerrobe gegen die priesterlich safranfarbige, wodurch er sich symbolisch von der Welt verabschiedet).
Die Asanha Bucha versteht sich insofern auch als Reminiszenz an die Gründung des buddhistischen Mönchsordens Sangha durch Buddha unmittelbar nach seiner ersten Predigt.
Die Mönchsgemeinschaft Sangha, mit den von Buddha selbst für sie festgelegten Regeln, nimmt im religiösen Gefüge des Buddhismus einen bedeutsamen Platz ein. Eine dieser Regeln fordert die Einhaltung einer dreimonatigen Fastenperiode, die einen markanten Fixpunkt im buddhistischen Festkalender darstellt. In der Regenzeit bis Oktober ziehen sich die Mönche und Novizen zum Beten und Meditieren in die Klöster zurück, so wie Buddha es bestimmt hat.
Am Samstag, 16. Juli, folgt Buddhist Lent, auch Khao Pansa genannt. Dieser Feiertag steht ganz für den Beginn der Fastenzeit, jene drei Monate, während der die Mönche sich strikt an ihre religiösen Pflichten (Studien, Meditation) halten müssen. Die Fastenzeit endet am Mittwoch, 12. Oktober.
Asanha Bucha ist ein Staatsfeiertag, an dem Banken und Behörden geschlossen bleiben und Alkohol nicht verkauft und ausgeschenkt werden darf. Buddhist Lent ist ein religiöser Feiertag.
Touristen, die die Zeremonien verfolgen wollen, müssen früh aufstehen und gegen 7 Uhr oder aber abends nach Einbruch der Dunkelheit Tempel aufsuchen.
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