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Letzte Aktualisierung: 27.06.2011
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Schlechter Ruf der Taxis als Image-Killer

Südthailands Touristenzentren kriegen ihr Taxi- und Tuktuk-Problem nicht in den Griff

Der deutsche Honorarkonsul Dirk Naumann auf Phuket: Deutliche Kritik am Taxi-Unwesen. Der Ärger über Phukets Taxi-Mafia treibt Blüten. In vielen Internetforen sprießen die sarkastischen Bezeichnungen über die Tuk Tuk genannten Minitaxis durch die virtuelle Welt. Rote Pest, Vibrator in Dosenform, Stink-Knatterton mit Abzockgarantie. Es ist nicht mehr sarkastisch, was sich da an Unmut breit macht, es ist der blanke Zorn. Selbstherrliche und oft völlig überzogene Taxitarife fahren einher mit teils rüden Umgangsformen der Chauffeure. Thailands größte Ferieninsel hat jahrelang die Probleme mit dieser Zunft ignoriert.

Das Ausmisten des Wildwucher-Systems

Dirk Naumann (74) arbeitet als deutscher Honorarkonsul auf Phuket und ist unfreiwillig zwischen die Fronten von Taxi-Mafiosi, erbosten Touristen und hilflosen Politikern geraten. In den vergangenen Monaten gab es wegen Übergriffen von Tuk Tuk- und Taxifahrern mehrere Krisensitzungen. Dabei waren Phukets Gouverneur Tri Augkaradacha und die untergeordneten Verwaltungsbehörden der Insel um Schadensbegrenzung bemüht. Eine wirkliche Strategie zur Bändigung des wildwuchernden Taxi-Unwesens scheint eine Herkules-Aufgabe.

In Bangkok hatte es vor Jahren ähnliche Probleme gegeben. Diese sind weitgehend gelöst. Honorarkonsul Naumann kennt die wichtigsten: Eine Beschränkung der Zulassungen von Taxis, einheitliche Tarife mit einer Reglementierung der Gebühren, das Einschalten des Taximeters, vor allem aber ernstzunehmende Kontrollen und Strafen bei Verstößen. Weshalb dies in Südthailand nicht geht, weiß Naumann leider auch. „Viel zu viele Zuständigkeiten, vom Gouverneur bis runter in die kleineren Verwaltungseinheiten gibt es keine gemeinsame Linie. Lokale Taxi- und Tuk Tuk-Fahrer schließen sich zusammen und schaffen ihre eigenen Gesetze.

Taxifahrer blockieren Phukets Seehafen

Unrühmlicher Höhepunkt mit einer fatalen Medienresonanz war im April eine erneute Blockade wild-wütender Taxifahrer am Seehafen in Ao Makham. Der Sonderberater der Thailändischen Hotelvereinigung, Methee Tanmanatragul, sagt, dass dabei großer Schaden für den Ruf der Insel entstanden sei. Es habe sogar körperliche Angriffe von Tuk Tuk-Fahrern auf Touristen gegeben.

In Phuket einlaufende Luxuslinien setzten auf Minibusse und privat organisierte Rundfahrten für ihre Gäste und mieden die lokalen Taxis und Tuk Tuks – insbesondere wegen deren überzogenen Preisforderungen. Nach dem Eklat durch die Blockade und einer Krisensitzung erzwangen die Taxifahrer einen Teilerfolg. Das lukrative Geschäft der Rundreisen für die Landgänge wurde salomonisch auf 50 / 50 aufgeteilt.

Krisensitzungen gab es in den vergangenen Wochen viele. Der deutsche Konsul Naumann war bei einigen dabei und redete Klartext. Er machte sich mit seiner Kritik am Taxi-Unwesen wenig Freunde. Im März fand im Grand Centara Hotel in Karon ein Treffen mit 120 Reiseveranstaltern statt. Ein Vertreter von ‚Travel Geist‘, einer der fünf größten australischen Reiseveranstalter, wurde von einem Tuck-Tuck Fahrer am Hoteleingang angegriffen und geschlagen. Der Fahrer wusste nicht, dass das Unternehmen des Mannes jedes Jahr 450.000 Touristen nach Phuket bringt.


Verletzter Tourist Ivan Anwar.

Wer sich streitet, riskiert Schläge

Dass die Reizschwelle südthailändischer Taxifahrer tief liegt, beweisen Hunderte von Strafanzeigen wegen Körperverletzung und Bedrohung. Wer sich mit den Chauffeuren auf Tarifstreitereien einlässt, riskiert seine Gesundheit. „Die Fäuste sitzen leider bei vielen locker“, sagt ein Hotelbesitzer aus Patong.

Auch auf der Ferieninsel Koh Samui im Golf von Thailand mussten dies Touristen schmerzhaft erfahren. Die Situation ist nicht ganz so dramatisch wie auf Phuket. Dennoch, eine außer Kontrolle geratene Taxizunft mit willkürlichen Fabeltarifen macht auch hier keine Inselreklame. In Bangkok fährt der Kunde im vollklimatisierten Taximeter für einen Bruchteil dieser Preise.

Taxifahrer nehmen Touristen nicht ernst

Die Beschwerden von Touristen, fast täglich aufs Neue im Internet aktualisiert, kommen aus aller Welt: Australien, Japan, Korea, Deutschland, Schweiz, Amerika. Eine Frage wiederholt sich: „Weshalb verstehen diese Machos nicht, dass sie mit ihrem Verhalten die eigene Lebensgrundlage ruinieren?“

Die Antwort liegt im Unterschied der Mentalitäten. Thailänder, insbesondere in Gruppierungen zusammengehortete Taxifahrer, sehen nur ihre eigenen Interessen. Dirk Naumann weiß davon ein Lied zu singen. Er weiß auch, dass vom Gouverneur bis hin zu den Funktionären thailändischer Touristenverbände nichts Konkretes kommen wird. „Jeder kennt die Problematik, aber im Grunde wissen sie auch, dass sie weitgehend machtlos sind.“

Eines haben die vielen Treffen mit hochrangigen Vertretern aus Politik und Wirtschaft immerhin bewirkt. Das Taxiproblem ist öffentlich und peinlich. Das könnte im Land des Lächelns helfen. Der Verlust von Einnahmen wiegt schwer. Noch schwerer wiegt der Gesichtsverlust.

Sam Gruber

Das will Phukets Gouverneur ändern:

1. Registrierung aller Taxis und Tuk Tuks und stufenweise Ausstattung mit gelben Nummernschildern statt der bisherigen grünen.

2. Als erste Sofortmaßnahme das Festsetzen von Höchstpreisen, beispielsweise Tuk Tuks innerhalb von Patong 100 – 120 Baht (1 bis 2 Personen) anstatt der bisher geforderten mindestens 200 Baht.

3. Einrichtung einer Taxizentrale mit Telefonhotline für Beschwerden von Touristen bis zum Sommer.

4. Zentrales Taxisystem mit einheitlichen Tarifen für gesamt Phuket.

(Die Realisierung aller Maßnahmen kann laut Einschätzung von Phukets Gouverneur Tri Augkaradacha etwa drei Jahre dauern)

 

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