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Letzte Aktualisierung: 18.07.2011
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Chiang Mai - die „Rose des Nordens“

Die Stadtmauer ist allerdings weitgehend ein Remake aus den 60er Jahren

Während der Stadtgraben noch überall dem Original entspricht, ist die antike Stadtmauer nur noch an wenigen Stellen erhalten. Etwa 700 km von Bangkok entfernt Richtung Norden liegt Chiang Mai - im Volksmund liebevoll „Rose des Nordens“ genannt - die wichtigste Stadt Nordthailands und Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. In ihrer idyllischen Lage am Ufer des Flusses Ping besticht sie im Vergleich zu Bangkok nicht nur durch ihren noch relativ beschaulichen Charakter und ihre einmalige landschaftliche Schönheit, sondern vor allem auch durch ihre unverwechselbare Kulturgeschichte.

Es war der Thai-Fürst Mangrai (1239-1311), der im 13. Jahrhundert das Königreich Lan Na („Land der Millionen Reisfelder“) gründete. Der Name selbst weist bereits auf den Wohlstand der Region hin, denn Reis war die wirtschaftliche Basis der Thai-Völker. Binnen kurzer Zeit gelang es ihm, sein Einflussgebiet Richtung Süden und Norden zu erweitern.

Eine Gründung von König Mangrai

1262 gründete er eine neue Stadt, die zugleich seine neue Hauptstadt wurde, und die er nach sich selbst Chiang Rai nannte. 1296 verlegte er seine Hauptstadt weiter nach Süden an den Fuß des 1676 Meter hohen Berges Doi Suthep und gab ihr den Namen Chiang Mai („Neue Stadt“). Während seiner Regentschaft stiftete er zahlreiche Tempel, unter anderem den Wat Chiang Man, der 1297 als erster Tempel von Chiang Mai an der Stelle erbaut wurde, an der Mangrai sein Lager aufgeschlagen hatte, um den Bau seiner neuen Hauptstadt zu überwachen. Viele der weiteren über 200 Tempel liegen in der Altstadt Chiang Mais, die von einer antiken Stadtmauer und einem parallel dazu verlaufenden Wassergraben in einem Quadrat von etwa 1500 Metern Seitenlänge umgeben ist. Während der Kanal noch komplett erhalten ist, sind von der Befestigungsmauer nur noch Reste zu sehen, die überwiegend rekonstruiert wurden.

In die Stadt selbst kam man damals zum Beispiel durch das Tha Phae Tor. Es war zu seiner Zeit der einzige Zugang über eine Bambus-Zugbrücke. Diese Zugbrücke existiert heute natürlich nicht mehr, sondern hat einem Damm Platz gemacht. Darüber hinaus befindet es sich nicht einmal mehr an derselben Stelle, wie einstmals. Dort, wo wir es heute sehen, befand sich ein älteres, ein „inneres“ Tor, genannt Pratu Chiang Ruak, das aber, wie der größte Teil der Stadtmauer, im frühen 20. Jahrhundert abgetragen wurde.

Stadmauer wurde rekonstruiert

Erst Ende der 60er Jahre begann die Stadtverwaltung von Chiang Mai in Zusammenarbeit mit der Behörde für Fine Arts den Wiederaufbau des Tores und bediente sich dabei einer alten Aufnahme aus dem Jahr 1891.

Gegen Ende der Regierungszeit von Mangrai hatte er sich der Mongolen aus dem Norden zu erwehren, konnte jedoch durch Tribute eine gänzliche Übernahme von Lan Na verhindern. In der Folge gab es mit den Burmesen, dem Erzfeind von Ayutthaya, immer wieder kriegerische Auseinandersetzungen, was letztlich dazu führte, dass diese Lan Na 1556 zu ihrem Vasallen machten. Erst 1775 kam Chiang Mai unter General Taksin, König der Thai nach dem Ende des Königreichs von Ayutthaya bis zum Beginn der Chakri-Dynastie, wieder zu Siam, behielt jedoch bis 1932 einen quasi autonomen Status.

Chiang Mai kann also auf eine lange, zum größten Teil unabhängige Geschichte zurückblicken, dank welcher es sich seine kulturelle Identität zu einem großen Teil bewahren konnte. Gleichwohl ist die frühere Beschaulichkeit inzwischen längst einer westlichen Hektik gewichen. Viele der einstmals das Stadtbild beherrschenden Teakholzhäuser sind durch Betonbauten ersetzt worden. Einige der Besonderheiten im täglichen Leben seiner Einwohner haben sich dennoch bis in unsere Tage erhalten: Dialekt, Gebräuche und kulinarische Besonderheiten, und nicht zu vergessen die hier hergestellten Güter aus Seide, Wolle, Silber oder Keramik, die heute noch den traditionellen Ruf von Chiang Mai als Zentrum thailändischer Handwerkskunst begründen.

Lothar W. Brenne-Wegener


 

 

 

 



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