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Letzte Aktualisierung: 08.10.2011
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Barken-Prozession auf dem Chao Praya

2.200 Marinesoldaten rudern am 22. Oktober die 52 Boote

Die königliche Barke Suphannahongse passiert auf dem Fluss Chao Phraya den Großen Palast. Touristen können in diesem Monat eines der glanzvollsten und farbenprächtigsten Ereignisse Thailands verfolgen: Zum Ende der Fastenzeit (Buddhist Lent) und anlässlich des 84. Geburtstags Seiner Majestät König Bhumibol Adulyadej wird auf dem Fluss Chao Phraya in Bangkok die große Barkenprozession veranstaltet. Bei dem Schauspiel handelt es sich um eine Tradition, die sich rund fünf Jahrhunderte zurückverfolgen lässt. Die Boote waren damals nicht nur Transportmittel, mit ihnen zogen die Könige in den Krieg.

Hunderttausende Schaulustige werden am Samstag, 22. Oktober, von den Ufern des Chao Phraya, von Terrassen und Balkonen der Hotels, von Dächern und aus Fenstern die Prozession verfolgen. Millionen werden vor dem Fernsehschirm sitzen. Seine Königliche Hoheit Kronprinz Maha Vajiralongkorn soll um 15.30 Uhr am Tha-Wasukri-Pier die königliche Barke Suphannahongse besteigen. Die 4,5 Kilometer lange Fahrt zum Wat Arun (Tempel der Morgenröte) dauert etwa 55 Minuten. Dort wird der Kronprinz Mönchen neue safrangelbe Roben überreichen. Für den 13. und 18. Oktober sind Probe-Fahrten geplant, bei denen die Ruderer bereits die traditionellen Kostüme tragen werden.
Die königliche Barkenprozession zum Wat Arun ist seit Jahrhunderten ein grandioses Schauspiel. Dieses Foto entstand im Jahr 1886. Fast 2.200 Marinesoldaten rudern die 52 Barken. Darunter sind vier königliche Boote: Suphannahongse, Anantanagaraj, Narai Songsuban HM King Rama IX und Anekchatbhuchongse. Zehn größere Barken haben Tiere als Galionsfiguren, 38 kleinere Boote vervollständigen die Prozession. Sie werden in fünf Linien, wie bei Gefechten in alten Zeiten, auf einer Länge von 1.280 Metern und einer Breite von 110 Metern von der Thonburi-Brücke bis zur Brücke Phra Phutta Yodfa fahren. Jede Barke hat ihre eigene, fest bestimmte Position, die einen Abstand von 40 Metern zu jeder anderen Barke und 80 Meter zu der des Königs vorschreibt. Mitgeführt wird bei der Prozession am 22. Oktober die von Gläubigen hoch verehrte Buddha-Statue Phra Buddha Sihing.

König Bhumibol Adulyadej hat die Boots-Tradition 1959 wiederbelebt. Die letzte große Barken-Prozession fand zu seinem 60. Thronjubiläum am 12. Juni 2006 statt. Zum letzten Mal ließ sich der Monarch am 4. November 1999 in der Suphannahongse-Barke zum Tempel der Morgenröte rudern.

Die Boote bestechen durch feine handwerkliche Arbeit. Die größeren haben zudem formschöne Galionsfiguren.Für Thais wurde das Boot nicht nur als Gegenstand für den täglichen Bedarf entwickelt. Es wurde eine fast heilige Transportmethode, die in der äußeren Erscheinung der königlichen Barken die Macht des Königreiches widerspiegelte. Die Barken wurden elegant dekoriert, unter anderem mit wunderschönen Bugfiguren. Jeder Quadratzentimeter wurde mit Goldfarbe, farbigem Glas und wunderbaren Illustrationen fein ausgeschmückt.
Die meisten der heutigen königlichen Barken wurden als Ersatz für die vor über 200 Jahren im Kampf um Ayutthaya zerstörten gebaut. Die Suphannahongse, die berühmteste königliche Barke, gehört in diese Zeit. Ihr Name wurde erstmals im Jahr 1548 schriftlich erwähnt.

Die heutige Suphanna­hongse wurde während der Regentschaft von König Rama V. (Chulalongkorn) vor über 100 Jahren aus einem einzigen Teak-Baum gebaut. Das 45 Meter lange Boot bewegen zwei Steuermänner, zwei Offiziere, ein Flaggmann, ein Taktgeber und 54 Ruderer. Wenn der König in der Schiffsmitte unter dem goldenen Baldachin Platz genommen hatte und mit dem Boot reiste, begleiteten ihn zahlreiche andere königliche Barken, um seine Sicherheit zu gewährleisten. Gesangskünstler unterhielten den Monarchen, während der Rhythmus gleichzeitig die Geschwindigkeit der Reise kontrollierte.

Vor der Suphannahongse blickt man ins Auge des Goldenen Schwans, der seinen Kopf elegant in die Höhe hält. Auch die Narai Songsubhan von König Rama IX., dem jetzigen Monarchen, zeigt wunderbare handwerkliche Arbeiten. Das Original wurde während der Regentschaft von König Rama III. erbaut, mit einem Garuda als alleiniger Galionsfigur. König Rama IV. ordnete später an, dass auf dem Rücken des Garuda eine Figur von Phra Narai angebracht wurde.

 

 

 

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