Unmengen von Geistern in Loei
Das Phi Ta Khon-Festival ist eine wilde Prozession maskierter Geistertänzer, die gigantische hölzerne Phalli schwingen, Junge Männer und Frauen, verkleidet als Geister und Dämonen mit furchterregenden Masken und farbenprächtigen Kostümen, ziehen durch die Strassen, wie sie es schon vor 100 Jahren taten. Angefeuert durch Mondschein und rhythmische Isaan-Musik, foppen die maskierten Marschierer die Zuschauer mit riesigen hölzernen Phalli.

Zwischen dem 8. und 10. Juli verwandelte sich die kleine, verlassene und friedliche Stadt Dan Sai in der Provinz Loei in eine „Geisterstadt“, in der sich die Einwohner hinter Geistermasken verstecken und das Phi Ta Khon-Festival ausgelassen feiern. Zu vergleichen mit den Maskenbällen von Venedig, besteht dieses dreitägige Festival aus einer Fusion von buddhistischen Riten mit dem heiteren Temperament der thailändischen Bevölkerung. Während in den Tempeln religiöse Gesänge erklingen, werden auf den Strassen wilde Tänze aufgeführt. Ursprung dieses einmaligen Festes ist der Mythos vom Phi Ta Khon. Diese Sage hat viele Versionen - es kommt immer darauf an, wen man fragt.
Eine dieser Legenden erzählt, dass der indische Prinz Wedsandorn, eine der vielen Verkörperungen in den 500 Leben des Lord Buddha, sein schönes Leben aufgab, seinen Thron unbesetzt liess und sich mit unbekanntem Ziel auf die Suche nach der absoluten Wahrheit und geistigem Frieden begab. Als sich kaum noch jemand an ihn erinnern konnte, kehrte der Prinz nach langer Wanderung in sein Königreich zurück, zur grossen Freude seiner Untertanen. Sie veranstalteten eine grosse Willkommensparty mit vergnüglichen Darbietungen und Feuerwerk, die mehrere Tage dauerte. Nach der Legende konnten selbst die Geister der Verlockung nicht widerstehen. Sie wachten auf und tanzten mit dem Volk, um die Rückkehr des so lange vermissten Prinzen zu feiern.
Weit weg von Indien, in dieser abgelegenen Gegend in Thailand, feiern die Bewohner von Dan Sai das „Bun Phra Wed“- oder „Phi Ta Khon“-Festival, um die Rückkehr des Prinzen Wedsandorn zu feiern. Dieses Fest ist für die Zuschauer eine wahre Augenweide, wenn die Einheimischen in ihren farbenprächtigen Kostümen und Geistermasken durch die Strassen toben.
Am ersten Tag versammeln sie sich noch im Tempel Phonchai am Fluss Man, um zusammen mit den Mönchen an einer rituellen Zeremonie teilzunehmen. Einige der Masken werden auch hier im Tempel hergestellt, wozu mit glänzenden Farben gestrichene Schalen von Kokosnüssen und Korbgeflecht verwendet werden.
Am zweiten Tag steigt der Höhepunkt des Phi Ta Khon-Festivals. Ganze Gruppen verwandeln sich in Geister und Dämonen, die durch die Zuschauermengen ziehen, die sich von der Schule bis zum Tempel versammelt haben. Das alles erinnert etwas an Halloween, kombiniert mit einem lokalen Tanz-Festival. Jeder Winkel des Ortes ist angefüllt mit verrückt aussehenden Figuren die verrückte Dinge anstellen. Maskierte Männer und Frauen necken und stossen die am Strassenrand stehenden Zuschauer mit riesigen hölzernen Phalli, während jedermann Plastikbecher mit selbstgebranntem Fusel herumreicht.
Am dritten Tag wird es dann wieder feierlich, erhaben und friedlich, wenn der Abt des Tempels 13 buddhistische Predigten hintereinander hält, darunter wohl auch einige Strafpredigten. |