Phra Nakhon Piri Festival
Februar in Petchaburi
Das jährlich abgehaltene "Phra Nakhon Piri Festival" in Petchaburi im Februar war ein Festival in seiner Art und fand im und um den historischen Nationalpark, auch bekannt unter dem Namen Khao Wang, statt.
Die historische Parkanlage mit dem Palast war ursprünglich eine Residenz der Könige Rama IV und V. Der Palast befindet sich auf den drei Gipfeln des Berges Maha Samana. Dort erholten sie sich von ihren Amtsgeschäften in der Hauptstadt. Aber auch Staatsgäste wurden hier untergebracht. Der Bau der Anlage mit zahlreichen Tempeln, einem Hauptpalast, mehreren Wirtschaftsgebäuden, Unterkünften für die Palastwache, einem Festungs-Beobachtungsturm und einem Observatorium (Rama IV interessierte sich sehr stark für Astronomie) wurde im Jahre 1859 begonnen, aber erst Rama VI vollendete ihn. Nach Ende der Regierungszeit Rama VI wurde die Anlage nicht mehr benutzt und verfiel. Im Jahre 1935 begann man mit der Restauration der Gebäude und wandelte alles in einen dem Publikum zugänglichen Park um. Ein Nebenpalast, in dem sich unter anderem auch das königliche Schlafzimmer befand, ist in ein nationales Museum umgebaut worden; Möbel, Gebrauchsgegenstände, Tafelgeschirr sowie Geschenke ausländischer Staatsgäste aus der Zeit dieser Könige können hier besichtigt werden. Für alle, die an der Geschichte Thailands interessiert sind, lohnt sich daher auch ein Besuch ausserhalb der Festivalzeit.
Das Festival selbst bietet in der Hauptsache Einblick in die folkloristischen Traditionen Thailands. Jeder Abend wurde mit einem Feuerwerk beschlossen. An dem zehntägigen Festival beteiligten sich praktisch alle Institutionen der Provinz Petchaburi, die in irgendeiner Weise mit bildender Kunst zu tun haben. Das Festival wurde von zahlreichen Veranstaltungen ausserhalb der Provinzhauptstadt begleitet. Professionelle Künstler, aber auch Laiengruppen aus Schulen und Universitäten, brachten klassische Tanz-, Theater- sowie Musikstücke nicht nur aus den verschiedenen Epochen der Provinz Petchaburis, sondern des ganzen Landes zur Vorführung. Zu sehen waren auch Umzüge und Prozessionen in historischen Kostümen.
Örtliche Maler und Kunsthandwerker stellten ihre Werke und Produkte in überraschender Vielfalt auf dem dortigen Markt am Fusse des Berges aus. Ebenfalls zu sehen gab es unter dem Motto "Ein Tambon - Ein Produkt" Speisen und Weine aus der Provinz. Bekannt ist Petchaburi für seine Desserts aus Sesamkörnern und aus dem Mark der Ölpalme.

Die Vielzahl der abendlichen Marktbesucher führte, besonders an den Wochenenden, zu einem Verkehrschaos auf den sonst beschaulichen Strassen rund um den historischen Park. Der letzte Tag des Festivals fand auf einem Freigelände im Bezirk Ban Lat statt. Am Vormittag präsentierten Züchter ihre schönsten Tiere, auch Dressur-Übungen waren zu sehen. In den Pausen gab es einen Palmenkletter-Wettbewerb. Auf dem Wipfel der 25 Meter hohen Palmen musste eine Glocke angeschlagen werden, bevor man wieder auf den Erdboden zurückgekehrte. Der Sieger schaffte die Strecke in nur 28 Sekunden. Nachmittags wurde mit dem mit Spannung erwarteten Ochsenkarren-Rennen begonnen. 21 Gespanne wetteiferten auf einer 120 Meter langen Rennbahn um die Siegesprämien. Die Sieger aller drei Shows wurden am Abend mit Pokalen ausgezeichnet, die Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Somdet Pratep gestiftet hatte.
Glanzlicht des Abends war die Wahl der "Miss Petchaburi". Eine Jury aus Prominenten der Provinz Petchaburi musste eine schwere Entscheidung fällen: 35 junge Damen nahmen an diesem Wettbewerb teil. Es war das erste Mal, dass zu dieser Gelegenheit eine Miss-Wahl durchgeführt wurde. Im musikalischen Rahmenprogramm traten bekannte lokale Künstler auf.
Das Festival fand auch weltweites Interesse, 38 Fernsehsender hatten Übertragungsrechte erworben. Übrigens, die Termine für das Festival in den nächsten Jahren stehen auch schon fest: Das Festival beginnt immer am ersten Freitag des Monats Februar.
Die Wahrzeichen Petchaburis: Phra Prang Daeng, Phra Suthasela Chedi und Phra Tat Chom Phet. |