Bangkok zu Fuss erleben oder raus aus der Stadt...
Der Besucher aus dem Westen, der zum erstenmal nach Bangkok kommt, wird sicher seine Anfangsschwierigkeiten mit dieser Stadt haben.
Auf dem 22 km langem Weg vom Flughafen Don Muang zum "Zentrum", entlang häßlicher Industrie- und Vorstadtbezirke mit chaotischem Verkehr und endlosen Staus ist der Reiz des Neuen und Exotischen schnell verflogen - Müdigkeit und das ungewohnte Klima erledigen den Rest. Nicht wenige "Farangs" sagen deshalb nach dem ersten Tag: "So schnell wie möglich raus aus diesem Moloch!" Die Liebe zu Bangkok braucht seine Zeit und wer sich einläßt auf diese Metropole, wer ihre historischen Bauwerke und Kunstschätze genauso besucht wie die Menschen, die in ihr leben, der wird auch gepackt von der thailändischen Hauptstadt und kommt nur schwer wieder los.
Es gibt Orte in Bangkok, wo diese eigenartige Magie von Exotik greifbar wird, wo der Besucher eintauchen kann in eine zeitlose Ewigkeit und im nächsten Moment wieder an der Schwelle zum Jahr 2000 steht.
Bangkok, allein der Name erweckt in westlichen Ländern schon die verschiedensten Erwartungen. Ob es nun exotische Tempelbauten oder mandeläugige Schönheiten, oder den außerordentlich günstigen Einkaufsmöglichkeiten sind, hängt ganz von Ihrem persönlichen Interesse ab. Als Besucher in Bangkok sollte man bereit sein, auf Entdeckungsreise zu gehen, um hinter den Straßenzügen das andere Bangkok zu erkunden. Am Fluß pulsiert das Leben, dort finden Sie vielleicht am ehesten die Seele dieser Stadt. Sampans und Hausboote liegen am Ufer.
Flußtaxis und Motorboote kreuzen quer über den Strom und hölzerne Lastkähne werden mühsam von kleinen Schleppern gezogen. Eine Tempeltour sollte man sich auf gar keinen Fall entgehen lassen. Am besten schließt man sich einer der organisierten (Deutschsprachigen) Touren an, die Sie zu den Wichtigsten der über 400 Tempel in Bangkok führen. Sie werden eine erstaunliche Kulisse vorfinden.
Ein Zentrum sucht man vergebens. Jeder Stadtteil stellt für sich ein Zentrum dar. Die meisten Sehenswürdigkeiten findet man in der Altstadt. Versäumen Sie zum Beispiel nicht, die Gartenterrasse des Oriental Hotel`s zu besuchen, das schon seit über 100 Jahren eine wichtige Rolle im Leben Bangkoks spielt. Aus einer ehemals bescheidenen Herberge wurde inzwischen eines der besten Hotels der Welt.
Die erste ärichtige" Straße Bangkoks wurde 1862 gebaut. Bis dahin - und noch lange danach - fanden alle Transporte auf dem Fluß und den Kanälen, den Klongs, statt. Hier trafen sich frühmorgens die Bäuerinnen und hielten mit ihren Booten die schwimmenden Märkte ab. Leider ist dieser Markt heute nur auf die vielen Touristen ausgerichtet.
Zu Fuss in Bangkok
Die Fortbewegung zu Fuß ist in Bangkok nicht gerade ein Genuß. Die Hitze macht einem zu schaffen, und auf den Bürgersteigen gibt es kaum einen freien Zentimeter. Will man beim Überqueren verkehrsreicher Straßen nicht sein Leben riskieren, sollte man Vorsicht walten lassen und Zebrastreifen benutzen. Sollten Sie dringend eine Verschnaufpause von Lärm und Abgasen benötigen, gibt es auch in Bangkok Bezirke, wo die Menschen noch leben wie eh und je. Das traditionelle Chinatown, ein Labyrinth von alten Straßen, bröckelnden chinesischen Tempeln und Thaiwats (wal bedeutet buddhistischer Tempel), liegt in der Nähe des River City Hotels und Royal Orchid Sheraton Hotels am Chao-Phraya- Fluß.
Wenn Sie sich in Chinatowns Straßen und Gassen nicht hoffnungslos vefllTen wollen, müssen Sie Augen und Ohren aufsperren. Vergessen Sie dabei nicht, die Kamera gezückt zu halten, denn hier können Sie traumhafte Photos von Kindern machen, die im Fluss herumplanschen, Mönche auf einer Tempelmauer ablichten oder Moslems zusehen die sich vor ihrer Moschee die Zeit vertreiben. Der kühle und schattige Lumpini Park, gegenüber vom Dusit Thani Hotel, ist besonders am Morgen ein großartiger Ort zum Spazieren gehen. Zwischen Joggern machen Chinesen jeden Alters hier ihre Tai-Chi-Übungen, und Frauengruppen stählen sich mit Aerobic. Sollte der Anblick von soviel sportlicher Aktivität Ihren Appetit angeregt haben, können Sie sich in der So! Sarasin, die den Nordrand des Parks entlang läuft, mit köstlichen Appetithappen verwöhnen, denn hier bieten Dutzende von Verkäufern ihre Delikatessen an.
Märkte in der Hauptstadt
In Bangkok gibt es viele Möglichkeiten, Märkte zu besuchen. Der bekannteste unter ihnen ist der Floating Market auf dem Kanal am Wat Sai im Stadtteil Thonburi. Die Touren dorthin starten in der Regel sehr früh am Morgen von der Tha Chang Ablegestelle in der Nähe des Grand Palace. Leider ist der lebendige Markt in den letzten Jahren immer mehr zur Touristenattraktion geworden.
Typisches Marktleben auf dem Fluss ohne Touristenkolonnen kann man in der Provinz Ratchaburi auf dem Klong Damnoen Saduak beobachten. Auch dorthin werden unterschiedliche Ausflüge angeboten, jedoch in weit geringerer Zahl.
Von Samstagmorgen bis Sonntagabend ist der Wochenmarkt am Chatuchak-Park in der Nähe des Vipavadee Highways geöffnet. An mehreren tausend Ständen werden Pflanzen, Kunsthandwerk, Kleider; Möbel, Nahrungsmittel oder sogar Haustiere angeboten. Hier bekommt man fast alles. Wer exotische Pflanzen liebt, sollte den Pflanzenmarkt zwischen dem Ende der Kamphaengphet Road und dem Wochenmarkt besuchen. Man kann hier Pflanzen, Blumenbehälter sowie Gerätschaften in riesiger Auswahl kaufen oder einfach auch nur bestaunen. Ein weiterer großer Markt befindet sich in der Nähe des Klong Saen Sap, an der Kreuzung Phetchaburi und Ratchadamri Road. Der Markt, der zum Teil überdacht ist, erfreut sich großer Beliebtheit, da er besonders günstige Waren anbietet.
Egal, was es auf den Märkten zu kaufen gibt, Essen bekommt man dort in jedem Fall. Eine Garküche löst die andere ab und fast jede davon bietet eine eigene Spezialität. Frauen braten frisches Gemüse im Wok, Hähnchenfleisch brutzelt daneben, Fische werden geräuchert und Früchte kunstvoll in kleine Stücke zerteilt. Viele Stände haben Nudelsuppe in ihren Töpfen, denn sie ist typisch für Asiens Küche und häufig wird sie bereits zum Frühstück verzehrt. Man bekommt sie fast immer und überall. Sie wird zubereitet mit oder ohne Fleisch, mit Glas- oder Eiernudeln, mit viel oder wenig Gemüse und wer mag, würzt sie mit Chili oder Fischsauce nach. Heute gibt es eine besonders große Portion, denn Märkte anschauen macht hungrig. |