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Thai Journal · Tipps und Informationen für Thailand Reisende
Letzte Aktualisierung: 07.02.2010
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Inhaltsverzeichnis
Über Horst Herrmann

Nicht der Rede wert (Mai pen rai)

Eine Lebensweisheit der Thais, die damit das Leben meistern.

33 Grad im Schatten, 98% Luftfeuchtigkeit. Es hatte geregnet. Man kommt sich vor, wie in einer Sauna. Mit dem original Aircon Tuck Tuck fahren wir vom Hotel durch Bangkok. Einheimische stehen an den Bushaltestellen und warten, bevor sie sich in einen der überfüllten Busse noch mit reindrängen. Dann fährt der Bus an. Genau durch eine Wasserlache. Menschen werden nass gespritzt.

Keine Flüche, keine wutverzerrten Gesichter, keine drohende Gesten. Mei pen rai.

Unsere Tuck Tuck Fahrt geht weiter. Wir sind durchgerüttelt, müde, verstaubt und durstig. Es wir an einer offenen Bar angehalten, und wir bestellen uns jeder ein Singha Bier.

Die Bedienung lässt lange auf sich warten. Es dauert eine Ewigkeit. Nach ca.: 7 Minuten kommt die Bedienung noch einmal auf uns zu und fragt mit einem süßen lächeln noch einmal, was wir trinken wollen. Wir blieben ruhig, und gaben unsere Bestellung zum zweiten Male auf. Wieder vergingen fast 8 Minuten, Das Singha stand schon seit geraumer Zeit auf dem Tablett. Es fehlten nur noch die Gläser. Endlich war es soweit. Mit einem Lächeln wurde unser Bier serviert.

Wir nahmen einen Schluck und fragten in Englisch die Kellnerin, warum das Bier so warm ist. "Oh, ich bringe Eis"!

Die Fassung verlieren? Wir sin schließlich in Thailand. Da gehört Geduldigkeit mit zur höchsten Tugend. Mei pen rai.

Nebenan kommt gerade eine Gruppe Touristen aus einem Coffeeshop. Alle warten sie auf den Bus. 5 Minuten, 10 Minuten, 15 Minuten,. Der Bus kommt! Der Fahrer macht mit einem Lächeln die Tür ganz weit auf, damit die eiligen Touristen schnell einsteigen können. Er selbst aber geht zu dem nahegelegenen Taxistand und hält mit den Taxifahrern ein ausgiebiges Pläuschen. Die Touristen schwitzen. Mei pen Rai.

Mittlerweise haben wir unser Bier ausgetrunken und besteigen wieder unser Tuck Tuck. Es geht Richtung Wat Po. Plötzlich eine Vollbremsung. Der Vordermann ist dem davor fahrenden Wagen aufgefahren. Ein Hund war plötzlich über die Straße gelaufen. Beide Fahrer steigen aus, und begutachten den Blechschaden. Natürlich wird gebremst, wenn ein Hund über die Straße läuft. Keiner will am Tod eines Tieres schuld haben. Man diskutiert, wie der Schaden beglichen wird. Ohne Polizei! Letztendlich wurde ja das Leben eines Hundes gerettet. Mei pen Rai.

Für einen Europäer gibt es fast nicht schlimmeres, als zu warten. Für uns Touristen eine zerreißende Geduldsprobe. Für die Thais dagegen nicht. Die nutzen solche Gelegenheiten um nachzudenken, zu träumen, zu lächeln und Gespräche mit fremden Personen zu führen. Manche machen auch einfach ein Nickerchen. Mei pen rai! Wer sich nicht gehetzt fühlt, wird nicht gehetzt. Geduld ist eben alles.

Der liegende Buddha im Wat Po war ja schon vor Jahrhunderten da. Da kommt es doch wirklich nicht auf eine halbe Stunde an. Hast ist in Thailand also nicht üblich.

Und wenn es dann die Europäer wieder einmal eilig haben, lächeln die Thais, und denken: Mei pen Rai!

 
 
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