Majestät König Bhumipol, Rama 9
Am 5. Dezember feiert König Bhumipol seinen Geburtstag. Dass dieser Tag zum Nationalfeiertag erklärt wurde, hängt mit der ausserordentlichen Beliebtheit des neunten Herrschers der Chakri-Dynastie zusammen. Seine Einfachheit und sein unermüdlicher Einsatz haben ihm vor allem bei der ländlichen Bevölkerung grosse Sympathie eingebracht. Wohl kein anderer Monarch hat sein Land zu Fuss, per Auto oder Flugzeug öfter durchquert und gründlicher erforscht als er.
Noch vor weniger als 20 Jahren war Thailand ein vollkommen anderes Land als heute. Sein kulturelles und wirtschaftliches Erbe war tief im Boden verwurzelt. Damals sah es der König als seine Pficht an, die Aermel hochzukrempeln und die fundamentalen Probleme der armen Landbevölkerung lösen zu helfen: Mangel an Nahrung und Wasser, Krankheiten, fehlende Arbeitsplätze. Durch sein volksnahes Wirken, würde er sich die nationale Einheit bewahren lassen, wurden die damals noch schlagkräftige kommunistischen Rebellen im Dschungel von selbst verschwinden. In diesen Jahren bewegte sich die königliche Familie von Ort zu Ort und nutzte ihre abgelegenen Residenzen als Basislager.
Ausländischen Journalisten und Fotografen, die den König auf seinen vielen Ausflügen begleiteten, fiel es immer besonders schwer, mit dem ernsten, durchtrainierten Athleten Schritt zu halten. Mühelos meisterte er steile Berghänge, stand stundenlang unter glühender Sonne und flog nach einem Zwölfstundentag seinen Hubschrauber nach Hause, um sich dort bis Mitternacht auf die Pflichten des folgenden Tages vorzubereiten und über Karten, Statistiken und Memoranden zu brüten.
Das thailändische Volk dankt es seinem König. Zu Tausenden versammelt es sich an den Strassen, auf Dorfplätzen und offenen Feldern, um ihn willkommen zu heissen. Die animistischen Stämme in den nördlichen Bergen ebenso wie die armen buddhistischen Kleinbauern im Nordosten und die Muslime im Süden des Landes. In ihren Augen ist der König gottähnliches Wesen und gütiger Vater zugleich. Aber bis dahin war es ein langer Weg.
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Als der junge Bhumipol mit 18 Jahren quasi gezwungenermassen über Nacht sein Amt antrat, war noch nicht auszumachen, was einmal aus ihm werden würde. 1927 in Cambridge, im nordamerikanischen Bundesstaat Massachusetts geboren und in der Schweiz erzogen, liebte der junge Mann schnelle Autos und nächtliche Jazz-Sessions. Anfangs war es nicht einfach für den jungen Herrscher, sich gegen die starken Männer zu behaupten, die damals die Macht über Thailand ausübten. Doch langsam aber methodisch stellte der neunte Rama über die Jahre das Prestige und den Einfluss des traditionellen thailändischen Königstums wieder her. Er und Königin Sirikit besuchten über dreissig Länder, wodurch der junge Monarch politische Erfahrung in den Begegnungen mit Staatsmännern und gekrönten Häupterns gewann. Es dauerte nur wenige Jahre bis die starken Männer erkennen mussten, dass sie ihren Meister gefunden hatten.
Nach 54 Jahren aufopfernder Tätigkeit für sein Volk, verlässt König Bhumipol heutzutage nur noch selten den Palast. Man sagt er sei etwas unnahbahrer geworden. Natürlich hat er längst erkannt, was die schnelle wirtschaftiche Entwicklung, der daraus entstandene Materialismus und die nachfolgende Wirtschaftskrise aus seinem einstmals blühenden Arkadien gemacht haben. Das schmerzt den Monarchen zutiefst. Deshalb auch hat er schon vor über 20 Jahren die ersten Umweltprojekte in die Wege geleitet und ist in der jetzigen Phase seiner Regierungszeit zum obersten Umwelt- und Selbsthilfeaktivisten seines Landes geworden.
Entwicklungszentren
Im Laufe der Jahre hat der König fünf Königliche Zentren für Entwicklungsstudien - oder, wie sie besser bekannt sind, "Lebende Museen" - in den unwirtlichsten Gebieten der jeweiligen Regionen geschaffen. Diese Zentren wirken als Schauplätze für Experimente der Wiederaufforstung, Bewässerung, Landentwicklung und landwirtschaftlichen Technologie, welche durchgeführt werden, um innerhalb der Beschränkungen durch die örtlichen Bedingungen und die geografische Lage des Gebietes praktische Anwendungsmöglichkeiten für die Bauern aufzuzeigen. Das Ziel Seiner Majestät ist es, das natürliche Gleichgewicht wieder herzustellen und die Menschen in die Lage zu versetzen, sich selbst versorgen zu können.
Kurzbiografie Ihrer Majestät König Bhumipol
König Bhumibol Adulyadej, Rama IX ist seit 1946 Staatsoberhaupt und auch religiöses Oberhaupt Thailands. Seit 1950 mit Prinzessin Sirikit verheiratet und im gleichen Jahr offiziell gekrönt.
Seine Majestät der König, wurde am Montag, dem 5. Dezember 1927, in Cambridge- Massachusetts, USA geboren. Er ist das dritte und jüngste Kind von Fürst und Fürstin Mahidol von Songkla.
König Bhumipol besuchte die deutschschweizerische Schule "Nouvelle de la Suisse Romande" in, Chailly sur Lausanne. Nachher ging er auf das Gymnasium "Classique Cantonal" in Lausanne von wo er sein Bachelier Diplom entgegennahm. Er wählte die Lausanner Universität um verschiedene Wissenschaften zu studieren. Der plötzliche Tod seines älteren Bruders, König Ananda Mahidol veränderte am 9. Juni 1946 sein Leben.
Für seine Mutter war klar, dass ihr Sohn zum König des Landes gekrönt wird. Er hatte die Ausbildung noch nicht abgeschlossen, so entschied er sich, in die Schweiz zurückzukehren, um seine Studien zu vollenden und belegte die Lehrgänge Politologie und Gesetz, um sich mit dem richtigen Wissen auf sein Amt als König vorzubereiten.
Nach der Vollendung seiner Ausbildung in der Schweiz in den frühen 50er Jahren, kehrte Seine Majestät nach Thailand zurück. In den folgenden Jahren, begann er, seine Lebensweise grundlegend zu ändern. Er reiste das ganze Jahr über zu den Provinzen und ländlichen Gebieten des Landes, um sich über die Sorgen und Nöte der Bevölkerung zu informieren. Er wurde ein grosser Befürworter für die Erhaltung der Natur. |