Der Marathon im Urlaubsparadies
Tausende werden auf die Strecke gehen / Hohe Preisgelder zu gewinnen
Rund zwei Millionen Baht an Preisgeldern werden beim 11. Pattaya Marathon ausgeschüttet. Die Veranstalter rechnen erneut mit Tausenden Athleten aus aller Welt - im Vorjahr sollen über 10.000 an den Start gegangen sein: Neben Weltklasseläufern aus Kenia und Russland auch Amateure und Jogger aller Altersklassen. Sie werden am frühen Sonntagmorgen, 17. Juli, ab Hafen Bali Hai auf die beschwerliche Reise geschickt.
Start und Ziel ist erstmals nicht auf der Beach Road zwischen den Sois 4 und 5, sondern an der Pattaya City Sea Rescue Station am neuen Pier in der Nähe des Hotels Siam Bayshore. Ausgeschrieben wurden wieder der Olympische Marathon (42,195 km), ein Halb-Marathon (21,1), ein Viertel-Marathon (10,55) und ein Schüler-Marathon (5) sowie ein Marathon für Rollstuhlfahrer (42,195). In den einzelnen Disziplinen des Laufwettbewerbs, der im Vorjahr in Pattaya Queen's Cup Marathon umbenannt wurde, wird nicht nur nach dem Geschlecht, sondern auch nach dem Alter unterschieden.
Im letzten Jahr gewannen unter dem Beifall Tausender Zuschauer, die bereits frühmorgens die Strecke säumten, eine Thai und ein Kenianer. Bei den Frauen war es Sunisa Sailomyen aus der Provinz Chiang Mai in der Zeit von 3:04,48 Stunden vor den beiden Thailänderinnen Patcharee Chaithongsri und Ketmanee Senaphan. Bei den Männern setzte sich gegen Läufer aus England, Weissruss- land, Japan und den USA John Kelai in 2:26,33 Stunden durch, gefolgt von seinem Landsmann Joel Rono und Boonchu Chadecha. Der thailändische Polizist ist auch in diesem Jahr einer der Favoriten.
Auch diesmal gibt's in der internationalen Klasse für den Gewinner 150.000 Baht und für die dann folgenden Athleten 100.000 bzw. 50.000 Baht. Für die schnellste Frau sind es 100.000 Baht, die Zweitplatzierte erhält 70.000 Baht und die Dritte 50.000 Baht. Sollte ein Athlet bzw. eine Läuferin den bestehenden Rundenrekord für Thailand bzw. Pattaya brechen, werden als Bonus 100.000 bzw. 50.000 Baht ausgezahlt. Den Pattaya-Rekord hält bei den Männern der Japaner Kenichi Kawakubo mit 2:26.06 Stunden, bei den Frauen ist es die Indonesierin Feri Marince Subnafeu mit 2:51,49 Stunden. Den thailändischen Rundenrekord hält bei den Männern der Koreaner Bong-Ju Lee in 2:12,32 Stunden und bei den Frauen die Japanerin Naoko Takahashi in 2:21,41 Sunden.
Weitere Geldpreise gibt's für die besten thailändischen Teilnehmer/innen und die fünf Erstplatzierten jeder Altersgruppe. So bekam Sunisa Sailomyen im Vorjahr für ihren Sieg 100.000 Baht, weitere 50.000 Baht als beste Thailänderin und 8.000 Baht als beste Läuferin in der Gruppe der 18- bis 29-jährigen.
Alle Teilnehmer, die auf ihrer gewählten Strecke in der vorgegebenen Zeit durchs Ziel kommen, gehen mit einer Medaille nach Hause. Weiter winken in allen Kategorien Trophäen und Urkunden sowie Pattaya-Marathon-T-Shirts und Souvenirs.
Der Olympische Marathon wird pünktlich um 4 Uhr gestartet. 30 Minuten später werden die Rollstuhlfahrer auf die Strecke gehen. Dann folgen der Halb-Marathon (5:30 Uhr), der Viertel-Marathon (5:45 Uhr) und der Schülerlauf (6 Uhr). Die schnellsten Läufer der internationalen Klasse werden rund zweieinhalb Stunden nach dem Start am Ziel erwartet.
Diese Ahtleten laufen über die Beach Road zum Kreisel in Nordpattaya, dann auf der North Pattaya Road und auf der Sukhumvit Road zum Wendepunkt in Banglamung; dann geht's auf der Sukhumvit Road in Richtung Sattahip und über die Chaiyaphruk Road zur Beach Road am Jomtien, weiter über die Thappraya Road und Pratumnak Road sowie 3rd Road zum Ausgangspunkt zurück. Die Entscheidung wird voraussichtlich bei Kilometer 39 fallen: auf der langgezogenen Steigung der Thappraya Road zum höchsten Punkt der Strecke am Big Buddha. Dann müssen die Läuferinnen und Läufer die letzten drei Kilometer bergab bewältigen. Die letzten Kilometer des Queen's Cup Marathon haben es also in sich.
Die Strecke des Halb-Marathons: Beach Road, North Pattaya Road, Sukhumvit Road, Watboon Road, Beach Road am Jomtien, Thappraya Road, Pratumnak Road, 3rd Road. Der Viertel-Marathon führt ebenfalls über die Beach Road zum Wendepunkt, dann über die Central Road, Second Road, Thappraya Road und Pratumnak Road zum Hafen.
Am Laufspass kann jedermann teilnehmen: Thais und Ausländer, Profis und Amateure, Männer und Frauen, Kinder und Jugendliche, Schüler und Rentner.
Im Internet finden Sie weitere Informationen auf Thai und Englisch http://www.pattaya-marathon.com/
Ein Lauf ging in die Geschichte ein
Erster Marathon früher als bisher angenommen
Der Legende nach lief 490 vor Christus ein Kundschafter nach der Schlacht um Marathon vom Kampfplatz an der Ostküste von Attika nach Athen. Die Griechen hatten bei Marathon die Perser vernichtend geschlagen, und der Soldat Diomedon sollte die Siegesnachricht überbringen. Bei seiner Ankunft in Athen brach der Kundschafter tot zusammen.
Darauf beruht der Marathonlauf über 42,195 Kilometer. Er ist ein Höhepunkt der Olympischen Spiele und wurde erstmals 1896 in Athen ausgerichtet. Seit dem Jahr 1985 steht er auch im Frauenprogramm der Olympischen Spiele.
Als Zuschauermagnet haben sich in den letzten Jahrzehnten die Städteläufe erwiesen. Vor einem Millionenpublikum gehen zum Beispiel in New York, Boston, London und Berlin Zehntausende Profis und Amateure an den Start.
Dass der Bote Diomedon nach dem Lauf zusammengebrochen und gestorben sein soll, hat die Wissenschaftler schon immer misstrauisch gemacht. Sie zweifelten an diesem Teil der Geschichte: Warum, so fragten sie sich, sollte ein trainierter Langstreckenläufer nach einer Strecke von etwa 40 Kilometern sterben, die heute Tausende von Freizeitläufern problemlos bezwingen? Die Antwort: Der historische Lauf von Marathon nach Athen fand einen Monat früher statt als bislang angenommen. Der bisherigen Datierung lag offenbar ein fehlerhafter Kalender zugrunde.
Der Lauf von Marathon nach Athen soll schon am 12. August des Jahres 490 vor Christus stattgefunden haben. Das zeigen Berechnungen, in denen amerikanische Astronomen das Datum der Schlacht um Marathon und des damit verbundenen ersten Marathonlaufs anhand der Mondphasen neu bestimmten. Der Irrtum bei der bisherigen Datierung geht wahrscheinlich auf einen falschen Kalender bei der aus dem 19. Jahrhundert stammenden Berechnung zurück.
Genau wie der deutsche Philologe August Böckh, von dem die alte Datierung stammt, nutzten auch die Astronomen von der Staatsuniversität in Texas eine Schrift des griechischen Historikers Herodot: Demnach baten die Athener nach der Landung der Perser in Marathon die Spartaner um Hilfe. Diese sagten ihre Unterstützung zwar zu, wollten jedoch wegen des bevorstehenden religiösen Festes Karneia erst sechs Tage später, nach dem nächsten Vollmond, aufbrechen. Böckh hatte für die Berechnung des Datums dieser Mondphase den athenischen Kalender verwendet und war dabei auf den 12. September gekommen.
Genau da lag der Fehler, fanden die amerikanischen Wissenschaftler heraus. Obwohl sich der spartanische und der athenische Kalender stark ähnelten, waren sie doch nicht identisch. So begann beispielsweise der athenische mit dem ersten Vollmond nach der Sommersonnenwende am 21. Juni, während der spartanische mit dem ersten Vollmond nach der Tagundnachtgleiche Mitte September im Herbst begann. Ausgerechnet im Jahr 490 vor Christus lagen dabei nicht, wie üblich, neun Mondphasen zwischen diesen beiden Daten, sondern zehn. Dadurch war der spartanische Kalender dem athenischen genau einen Monat voraus.
Wenn der Lauf also nicht Mitte September, sondern am 12. August stattgefunden hat, sei auch nachvollziehbar, warum der Athlet starb, sagen die Amerikaner. Während nämlich die Temperaturen rund um Athen im September durchschnittlich bei maximal 28 Grad Celsius liegen, können sie im August bis zu 39 Grad Celsius betragen - eine Temperatur, bei der selbst ein trainierter Sportler einen Hitzschlag erleiden könne. |