„Das Wasser wird für alle reichen“
Tourismusbranche sieht solche Aussagen eher als Schönfärberei
Pattayas Wasserwerker warnen vor Panikmache. Obwohl die grossen Reservoire wie der Mab Pra Chan-See und der Bamroong-See (Chaknork) höchstens zu einem Drittel gefüllt sind und die Regenzeit vorbei ist, sieht die Provincial Waterworks Authority die Wasserversorgung des Touristenzentrums als gesichert. Geschäftsleute und Hausbesitzer bezweifeln solche Aussagen, die sich in den letzten Jahren zu oft als Schönfärberei herausgestellt haben.
Nach fast zwölf Monaten Wasserkrise, in der Tausende Thais und Ausländer Tage oder Wochen buchstäblich auf dem Trockenen sassen, in der Hotels, Restaurants, weitere Geschäftsleute und Hausbesitzer für viele Millionen Baht Brauchwasser hinzukaufen mussten, fragen sich die Bürger zu Beginn der touristischen Hauptsaison zu recht, woher die Vertreter der Stadt, des Distrikts Banglamung und der Provinz Chonburi ihren Optimismus nehmen.
Es mag den einen oder anderen heftigen Regenschauer noch geben, aber auch diese Niederschläge werden die Wasserspeicher nicht annähernd füllen. Der thailändische Winter steht vor der Tür. In der Vorwoche hat der Wind bereits gedreht, er bringt aus China niedrigere Temperaturen, auch ist die Luftfeuchtigkeit deutlich zurückgegangen. Und thailändischer Winter heisst in Pattaya nun einmal: mehrere Monate Sonnenschein mit Niederschlägen als Rarität.
Dass die Offiziellen trotz alledem in den kommenden Monaten keinen Wassernotstand befürchten, liegt an der Planerfüllung (wie vormals in kommunistischen Staaten üblich). Auf dem Papier fliesst ausreichend Brauchwasser zum Wasserwerk und in die städtischen Versorgungsleitungen. Die neue Pipeline vom Bangpakong-Fluss bis nach Pattaya, die ursprünglich Ende nächsten Jahres, dann plötzlich bereits im Januar 2006 und jetzt sogar in diesem Monat verlegt sein soll, soll dem Touristenzentrum im Jahr weitere 50 Millionen Kubikmeter Wasser bringen. Aufgerüstet hat auch die East Water Co. Ltd., die die Ostküste, Industrie und Kommunen, mit Leitungswasser versorgt. Durch eine neue Leitung vom Bangpra-Reservoir kommt weiteres Wasser, zusätzlich wird Brauchwasser von Sattahip nach Pattaya gepumpt. Kommentar der Verantwortlichen zu diesen millionenschweren Investitionen in eine verbesserte Infrastruktur: „Das Leitungswasser wird für alle reichen.“
Zweifel ist angebracht. Pattayas Business and Tourism Association (PBTA) sieht die vollmundigen Erklärungen mit einem gehörigen Mass an Skepsis: „Noch ein so wasserarmes Jahr wie 2004, und der Tourismus wird darunter leiden“, warnt ein Sprecher der PBTA.
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