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Thailand Info · Ihr Recht im Alltag und Immigration
Letzte Aktualisierung: 07.02.2010
Recht im Alltag

Reisepässe und Personalausweise für Thais

Die Regierung will den Datenschutz ihren Sicherheitsanforderungen opfern. In wenigen Monaten werden die ersten fälschungssicheren High-Tech- Reisepässe und ID Cards mit sensiblen Informationen an Thais ausgegeben.

Der künftig Smart Card genannte thailändische Personalausweis soll ab April 2004 in den 1.077 Distriktbüros bereitliegen. Bis Ende des Jahres will das Innenministerium zehn Millionen Thais mit dem scheckkartengrossen Ausweis ausgerüstet haben.

Neben Namen, Geburtsdatum, Familienstand und Adresse des Inhabers auch Fingerabdrücke, weiter die Steuernummer sowie Angaben zur Sozialhilfe und Sozialversicherung sowie zu früheren Erkrankungen. Die Infos sollen das Finanzamt, die Polizei und das Militär beisteuern.

Biometrische Merkmale wie Fingerabdruck, Gesichtsfeld- oder Iriserkennung sind für den maschinenlesbaren Reisepass geplant. Der Hintergrund: Immer mehr Staaten wollen mit sicheren Pässen den Terrorismus, aber auch den Menschenhandel und die Organisierte Kriminalität bekämpfen. Thailändische Dokumente mit Foto des Passinhabers, Unterschrift und Wasserzeichen erleichtern professionellen Fälschern ihre Arbeit.

Die für Pässe zuständige Abteilung des Aussenministeriums will das Reisedokument durch einen Mikrochip und biometrische Merkmale sicher machen. Möglich sind Fingerabdrücke, die elektronische Gesichtserkennung oder das Scannen der Iris. Erschwert wird die Wahl dadurch, dass die International Civil Aviation Organisation noch keine Standards für elektronisch lesbare Pässe beschlossen hat.

Künftig bleiben Thais bei Beantragung und Verlängerung von Reisepässen weite Wege erspart. Sobald alle Distriktbüros mit der Pass-Abteilung des Aussenministeriums online verbunden sind, werden neue Dokumente vor Ort ausgegeben. Die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltungen mailen Foto und Angaben zur Person nach Bangkok. Dort wird der Antragsteller überprüft, später der Reisepass zum Distriktbüro geschickt.

Neu ist auch, dass die Pass-Abteilung mit der Post zusammen arbeitet. Alle 1.148 Poststellen nehmen Pässe entgegen, wenn sie verlängert werden müssen.

Eine weltweite Standardisierung von Reisedokumenten fordern vor allem die EU und die USA. In der Europäischen Union ist man sich einig, auf Grundlage der Chiptechnik zunächst nur zwei biometrische Merkmale heranzuziehen: Fingerabdrücke und Gesichtsfelderkennung sollen zunächst auf Visa verwendet werden.

Diese Regelung sowie ein Passfoto zum Scannen soll künftig für visumpflichtige Ausländer (also auch für Thais) gelten, die in Staaten des Schengener Abkommens wie Deutsch- land oder Österreich einreisen wollen. Auf den neuen Sichtvermerken sollen Fotos und Fingerrillen in digitalisierter Form abgespeichert werden.

High-Tech-Visa haben zwei Vorteile:

Die Identität eines Einreisenden kann fälschungssicher geklärt und die Person darüber hinaus kriminalistisch überprüft werden. Damit wird ausgeschlossen, dass z. B. in der Bundesrepublik schon einmal straffällig gewordene Thais von der Bangkoker Botschaft für ihren neuen Pass ein Visum erhalten.

Neue ID Card kostet 100 Baht

Ab April 2004 erhalten die Thais neue Personalausweise. Die „Smart ID Card" unterscheidet sich erheblich vom jetzigen Ausweis und wird als Mehrzweck-Karte eingeführt. Neben Namen, Geburstsdatum und Adresse wird die scheckkartengrosse Plastik auch Fingerabdrücke sowie persönliche Daten verschiedener Behörden aufweisen - so die Steuernummer, medizinische Aufzeichnungen, Sozialversicherungsnummer etc. Zwei Ministerien streiten noch darüber, wer den „gläsernen Menschen" mit der neuen ID Card ausrüsten soll: das Innenministerium oder das Ministerium für Information und Kommunikation. Der neue Ausweis soll 100 Baht kosten.

 
 
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