Die kuluturellen Sehenswürdigkeiten am Mekong
In einem sich am UIfer des mächtigen Mekongs von Mukdahan bis Nong Khai erstreckenden Gebiet verbirgt sich eine Fülle von landschaftlichen und kulturellen Sehenswürdigkeiten. Eine Region, die von den meisten Touristen ignoriert wird - der Nordosten Thailand’s - bietet dermaßen viele Abwechslungen, daß die dort lebenden Menschen sie schon gar nicht mehr beachten.
Dieser Teil des Landes ist besonders faszinierend, wenn man ihn zur ‘richtigen Jahreszeit’ besucht, nämlich wenn die Wildblumen blühen.
Viele Besucher sagen, am besten sei es, wenn man den Nordosten, der gewöhnlich als der Isan bezeichnet wird, während der Regenzeit besucht, dann wiederum haben auch alle anderen Jahreszeiten ihre besonderen Reize.
Wir besuchten eine Gegend entlang des Mekong während des Höhepunkts der Regenzeit. Daß wir auf dem Wege nach Mukdahan zwei Stunden auf einer überschwemmten Straße festsaßen, war einerseits nicht gerade angenehm, andererseits war es interessant zu beobachten, wie die Ortsansässigen die Situation ausnutzten.
Sie warfen Fischernetzte auf der überschwemmten Straße aus, um Fische zu fangen, die aus ihrem natürlichen Habitat fortgespült worden waren. Und dann schauten wir zu, wie man unser Auto auf einen Lkw lud, der uns über die überschwemmte Strecke fuhr.
Viele Leute hatten sich eingetroffen, um sich das Schauspiel anzuschauen. Der Fahrer verlangte 100 Baht für die zwei Kilometer lange Fahrt durch das Überschwemmungsgebiet.
Am Ende des Tages kamen wir endlich in dem ruhigen Städtchen Mukdahan an und suchten nach einem Zimmer. Das aber war schwieriger als wir uns das vorgestellt hatten.
Als wir uns am nächsten Morgen in aller Frühe wieder auf den Weg machten, fuhren wir zum 17 Kilometer entfernten Mukdahan Nationalpark. Eine Angestellte des Parks führte uns zu einem Pfad, von dem aus wir die Wildblumen und die erstaunlichen Felsenformationen bewundern konnten. Die Frau, Rattana Saenchan, erklärte uns, der Park liege zwischen 170 und 420 Meter über dem Meeresspiegel. Während der Regenzeit blühen die Wildblumen, sodaß der Waldboden in allen Farben des Regenbogens leuchtet. Manche dieser Pflanzen gedeihen an der geringen Menge Feuchtigkeit, die in den Rissen der Felsen aufgefangen wird, erzählte Rattana.
Diese betreffende Gegend des Park nennt sich Phu PHa Thoep, und Rattana erklärte uns die Bedeutung der Worte: ‘Steinerner Berg, der Schatten spendet’. Manche dieser seltsam geformten Sandsteinfelsen sind bereits 120 Millionen Jahre alt.
Je weiter wir gingen, desto flacher wurde die Landschaft. Ein Felsplateau, das Lan Moocharin genannt wird, war ein einziges Blütenmeer. Es ist 1,2 Quadratkilometer groß und ist ringsum von Wald umgeben.
Die Frau zeigte uns dann einen Fleck, wo die Überreste eines versteinerten Dinosaurierskeletts gefunden wurden. Nun gabelte sich der Weg und beide Zweige waren laut Rattana 1,6 Kilometer lang, aber wir hatten nicht genug Zeit und kehrten an dieser Stelle um.
Wir fuhren zurück in die Stadt zum Mukdahan Tower. Die Klimaanlagen in dem Turm waren eine willkommene Erholung von der brütenden Hitze, die draußen herrschte.
Der im Jahr 1996 zum Anlaß des 50. Jahrestages der Thronbesteigung des Königs gebaute Turm ist etwa 65 Meter hoch. Darin sind auf verschiedenen Etagen diverse Gegenstände ausgestellt, die einen kleinen Einblick in die Geschichte, Kultur und Lebensweise von Mukdahan vermitteln.
Von der Beobachtungsplattform aus hat man einen 360-gradigen Rundblick auf den Mekong und hinüber nach Savannakhet in Laos. Von dort oben sah Mukdahan freundlicher aus, als es zu ebener Erde war.
Nicht weit vom Turm entfernt befindet sich der Indochina-Markt, der es allein schon wert ist, dieser Provinzstadt einen Besuch abzustatten. In dem am Flußufer gelegenen Markt findet man eine Menge Waren aus China, so wie Bekleidung, Modeschmuck, Sonnenbrillen, Uhren und Elektrogeräte.
Nachdem wir eine Nacht in Mukdahan verbracht hatten, fuhren wir weiter nach Nakhon Phanom, eine Strecke von 105 Kilometern. Es war schon Abend als wir dort ankamen und es wurde Zeit, daß wir uns nach einem Platz zum Übernachten umsahen. Wir fanden schließlich ein kleines Ressort direkt am Ufer des Mekong.
Eigentlich war es mehr ein Restaurant, das gleichzeitig ein paar Zimmer vermietete. Am nächsten Morgen fuhren wir schon sehr früh in Richtung Nong Khai los.
Auf dem Wege nach Tha Uthane hielten wir kurz am Phra That Tha Uthane an. Diese Pagode sieht dem berühmten Phra That Phanom sehr ähnlich, ist aber mehr verwittert. Das 15 Meter hohe Bauwerk, das in den Jahren von 1911 bis 1916 gebaut wurde, enthält Reliquien von Mönchen aus Rangun.
Unser nächster Stopp vor dem Mittagessen war der Phu Langka Nationalpark, dessen Büro am Highway 212, sechs Kilometer vor Ban Phaeng liegt. Von dort führt ein kurzer Pfad zum Tad Kham Wasserfall. Nach all der Trockenheit in der Landschaft entlang des Mekong war dieses sattgrüne Waldgebiet in der Tat eine Überraschung.
Auf dem Wege zwischen Bung Kla und Bung Kan kamen wir am Phu Wua Tierschutzgebiet vorbei, wo wir ein paar hübsche Wasserfälle sahen.
Unser nächstes Ziel war der Chanaen Wasserfall. Wir fuhren zu einer Brücke und warteten auf ein Boot, das uns über das sumpfige Brachland fahren sollte.
Das Boot muß wohl ein Überbleibsel aus der Zeit der Sintflut gewesen sein, denn es leckte an allen Ecken. Darüber hinaus war der Sumpf voller Baumstümpfe, die ständig am Boden des Bootes entlang schabten. Die Sache war uns nicht ganz geheuer, und so beschlossen wir, diesen Ausflug abzubrechen.
Der nächste Wasserfall war ja nicht weit entfernt. Chet Si, so genannt, weil sich ein Regenbogen bildet, wenn er von der Sonne beschienen wird, ist ein populärer Platz, der an Wochenden von den Leuten aus der Umgebung stark besucht wird.
Ein halbes Dutzend junge Leute planschten in dem Becken am Fuße des Wasserfalls, und da uns inzwischen warm geworden war, sprangen auch wir in das angenehm kühle Wasser.
Die sinkende Sonne ermahnte uns, daß wir uns auf den Weg machen mußten, wenn wir noch vor Anbruch der Nacht nach Nong Khai kommen wollten, aber wir hatten schon zu viel Zeit vertrödelt. Es war schon später Abend, als wir in der Stadt ankamen.
Also dann nichts wie ins nächste Restaurant, um unsere Mägen zu füllen und uns zu entspannen. Viele Ortsansässige hatten wohl das Gleiche im Sinn wie wir, denn alle Restaurants entlang des Flusses waren gut besucht.
Eine neue Attraktion in Nong Khai ist das Forschungszentrum für Gartenbau, das wir am nächsten Tag besuchten, und das 63 Kilometer von der Stadt entfernt an der Straße nach Bung Kan liegt. Die Fülle der Früchte, Nüsse und medizinischen Pflanzen, die man hier antrifft, ist überwältigend.
Nach diesen wenigen Tagen im Isan kam uns zu Bewußtsein, wieviele interessante natürliche und kulturelle Besonderheiten diese Gegend zu bieten hat. Ich kann daher Touristen nur raten, dieser versteckten Perle einen Besuch abzustatten.
THAI und PB Air fliegen mehrere Male in der Woche von Bangkok nach Nakhon Phanom. Die Entfernung von Nakhon Phanom nach Mukdahan beträgt 105 Kilometer. Wer mit dem Flugzeug näher an Nong Khai herankommen möchte, kann nach Udon Thani fliegen. |