Die Tropfsteinhöhlen von Ban Tham
Rund 60 km nordöstlich von Mae Hong Son und etwa 30 km vor dem Ort Pai liegt das im Tal gelegene Shan-Dorf Soppong. Der ort selber bietet nur wenig Sehenswürdigkeiten. Hier gibt es einen zentralen Marktplatz, wo regelmäßig die Menschen aus den Bergdörfern ihre Waren anbieten und verkaufen. Wer sich näher für das Leben der Bergbewohner interessiert, sollte einen Tag in Soppong verbringen.
Die wenigen, kleinen Gasthäuser und Restaurants sind ausreichend ausgestattet, und haben sich auch auf die seltenen, aber konstanten ausländischen Besuche eingestellt. Komfort sollte hier jedoch keiner verlangen, ist Soppong eher als Ausgangspunkt von einigen, seltenen Trekking-Touren und zu einem der phantastischen Naturerlebnissen Thailands zu verstehen.
Der Ort selber ist nur über eine schlecht befahrbare Straße zu erreichen. Busse fahren regelmäßig von Mae Hong Son bzw. von Pai hierher.
Von Soppong aus fährt man mit einem geländetauglichen Wagen und mit einem kundigen Führer rund acht Kilomater weiter nördlich auf einer Schotterpiste. Die Strecke führt teilweise durch Bergwald und endet im Shan-Dorf Ban Tham; einer sehr abgelegenen Gegend.
Nur wenige hundert Meter weiter befindet sich der Forestry-Nationalpark, der auch mit wenigen, einfachen Bungalows ausgestattet ist. In diesem Nationalpark befinden sich die größten bisher entdeckten Höhlengänge Thailands mit ansehnlichen Stalaktiten und Stalagmiten, unterirdischen Seen und Tausenden von Fledermäusen.
Ein Naturspiel, das die wenigsten Besucher Thailands kennen und kennengelernt haben.
Die bekanntesten Höhlen sind Tham Lot, Tham Nam Lang und Tham Mae La Na, die zwischen acht und zehn Kilometer lang sind. Die meisten Höhlen sind mehr als einen Kilometer lang. In der ganzen Region soll es rund 100 dieser Höhlen geben.
Entsprechende Kleidung und Schuhwerk, eine Carbid-Lampe und ein erfahrender Führer sind die Voraussetzungen, um auf Entdeckungsreise in diese einmalige Höhlenwelt einzutauchen. Die Besichtigung der Höhlen ist nur geübten Wanderern zu empfehlen, denen es auch nichts ausmacht, über wackelige Leitern aus Bambus zu klettern und durch den Schlamm zu waten. Das Auge wird mit wunderschönen Stalaktiten, Stalagmiten, Dome von 100 m Höhe, zahlreichen Gängen und Kammern, Bächen und Seen und einer mystischen Atmosphäre verwöhnt.
Vor rund 30 Jahren wurden hier Spuren menschlicher Existenz entdeckt, die etwa 14.000 Jahre zurück reichen. Sensationell war die Entdeckung, daß die vorzeitlichen Einwohner der Höhle bereits vor 9000 Jahren Wildreis anbauten, also 2000 Jahre früher, als man die Kultivierung der Pflanze sonst nachweisen konnte. Die Geschichte dieser Vorzeitkultur wird wohl immer ein Rätsel bleiben, genau wie jene 2000 Jahre alten, bis zu 5 m langen Baumstämme, die sie als Särge benutzten, die man in den Höhlengängen fand. Mindestens 60 Höhlen in der Region sind als prähistorische Grabkammern inzwischen identifiziert worden.
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