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Letzte Aktualisierung: 07.02.2010
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Ko Si Chang - (Chonburi - Sri Racha)

Ausflug zur Insel Si Chang / Königspalast, Tempel und Relaxen am Strand

Von Karl-Heinz Burmann

Dieser chinesische Pavillon steht auf der Koh Si Chang Das Eiland liegt vor der Küste Sri Rachas und wird unter Pattayas Touristen als Geheimtipp gehandelt. Schnellboote bringen die Besucher auf die Insel, die König Chulalongkorn wegen des angenehmen Klimas zur Erholung aufsuchte. Si Chang ist die Insel mit den zwei Gesichtern: Die Ostküste ist dicht bebaut, das Hafenwasser verschmutzt, der Westen bietet glasklares Wasser und einen feinsandigen Strand.

Die Überfahrt zur Ko Si Chang gleicht einer Hafenrundfahrt in Hamburg. Kaum hat die Fähre in Sri Racha die Landungsbrücke verlassen, tauchen aus dem Dunst gewaltige Schiffsrümpfe auf. Frachter, soweit das Auge reicht. 30 oder mehr mögen es sein. Wenige laufen die Industriepiers zwischen Sri Racha und dem Tiefseehafen Laem Chabang an, die meisten liegen vor der Insel Si Chang auf Reede. Sie werden be- oder entladen.

Die Fracht ist für Unternehmen in Bangkok oder im Landesinneren bestimmt. Da die Schiffe wegen ihres Tiefgangs ohnehin vor Bangkok ankern müssten, transportieren Frachtkähne die Waren über den Fluss Chao Phraya zum Bestimmungsort. Hunderte dieser Fluss-Frachtkähne liegen vor der Ko Si Chang vertäut.

Unter Pattayas Touristen wird die von Sri Racha zwölf Kilometer entfernte Insel als Geheimtipp gehandelt. Die meisten Besucher sind Thais, die Mehrzahl chinesischer Abstammung. Das hat seinen Grund:

Als die Chinesen ab Ende des 19. Jahrhunderts in grosser Zahl nach Thailand einwanderten, betraten viele thailändischen Boden zum erstenmal auf der Si Chang. Hier warteten die Beamten der Zoll- und Einwanderungsbehörde auf die Immigranten.

Ein feinsandiger Strand erwartet die Besucher an der Westküste der Koh Si Chang Fährverbindungen zur Insel gibt’s in Sri Racha in der Hauptsaison ab der Ko Loy sowie ständig und stündlich ab dem Seaport Pier.

Zur Ko Loy führt ein rund 500 Meter langer Damm. Eine der Frauen von König Chulalongkorn soll den Damm angelegt und auf der kleinen Insel den Wat Sri Maharaja errichtet haben. Vom Tempel auf der Felseninsel haben Besucher eine wunderschöne Aussicht auf die Küste mit Bang Saen im Norden und auf die gebirgige Insel Ko Si Chang (Nicht verwechseln mit der Elefanteninsel, Ko Chang, in der östlichen Provinz Trat!).

Sogenannte Schnellboote bringen ihre Passagiere für 20 Baht auf die Insel. Kleinkinder fahren kostenlos. Am Pier warten bereits rund ein Dutzend Tricycle auf Fahrgäste. Eine Inselrundfahrt in dem Tuk-Tuk-ähnlichen, fünfsitzigen Taxi kostet 250 Baht.

Inselbesucher sollten sich mindestens drei Stunden, besser fünf Stunden Zeit nehmen, um das Eiland und seine Sehenswürdigkeiten zu erkunden. In einfach möblierten Bungalows kann auch übernachtet werden. Bei Aircon werden 600 Baht berechnet.

Die Koh Loy ist von Sri Racha über einen 500 Meter langen Damm erreichbar. Eine der Frauen von König Chulalongkorn soll den Damm und den Tempel errichtet haben. Die Insel hat 6.000 Bewohner und zwei Gesichter. Die Ostküste ist dicht bebaut und bietet eine gute Infrastruktur: Schule, Krankenhaus, Bankfiliale, Polizeistation, Wasserreservoir und eigene Stromversorgung. Im Hafenbecken fällt der Blick auf verschmutztes, öliges Meerwasser. Ganz anders der Westen. Auf schmalen, aus Beton gegossenen Fahrbahnen bringt das Taxi seine Fahrgäste zur gebirgigen Seeseite. Glasklares Wasser, saubere Strände, nur wenige Wohnhäuser, deren Bewohner einen traumhaften Blick auf Felsenküste und tiefblaues Meer haben.

Als Ziele bieten sich dem Tagesbesucher an: die nicht besonders interessanten Reste des Ferienpalastes von König Rama V. (Chulalongkorn), der buddhistische Tempel Wat Asdang Nimitr mit Kapelle und Pagode im europäischen Stil, der chinesische Pavillon sowie im Westen die Felsenküste, wo man herrlich schnorcheln kann, die Vashiravut-Brücke, der Aussichtspunkt des Königs (ein kleines Häuschen mit Blick auf das Festland und die felsige Kulisse) und der feinsandige Strand.

Blick vom chinesischen Pavillon auf den Insel-Hafen

Blick vom chinesischen Pavillon auf den Insel-Hafen Ärzte sollen der Königsfamilie die Insel Si Chang als Erholungsort empfohlen haben. Wegen des angenehmen Klimas. König Chulalongkorn, so wird erzählt, weilte sehr oft auf dem Eiland. Er hatte Asthma, und das Si Chang-Klima tat ihm tatsächlich gut. Stunden verbrachte er in dem Häuschen auf dem Berg mit dem phantastischen Blick auf Festland und Felsenküste.

Der Bau des Ferienpalastes begann im Jahr 1889. Letztmals soll Rama V. die Insel 1896 besucht haben. Dann kamen die Franzosen mit Kriegsschiffen und besetzten nach einem kurzen Gefecht mit der unterlegenen thailändischen Marine die Felseninsel.

Teakholzpalast nach Bangkok gebracht

Der Königspalast ist heute in der thailändischen Hauptstadt zu sehen. Inselbesucher müssen mit Ruinen vorlieb nehmen. Denn der gesamte Teakholzpalast ist abgebaut worden. Er war in ganzer Länge an der Südseite der Insel Si Chang erstellt worden und wurde später in Bangkok auf dem Dusit-Areal als L-förmiges Gebäude wieder errichtet. Der heutige Vimanmek-Palast soll das grösste Gebäude der Welt aus goldenem Teakholz sein. Einige kleine Malereien von der Insel Si Chang, angefertigt von König Chulalongkorn, sind im Vimanmek-Palast zu sehen.

Bestens erhalten ist auf der Insel eine schmucke Villa, die, so erzählt der Taxifahrer, König Chulalongkorn für eine seiner zahlreichen Nebenfrauen hatte errichten lassen. Sie ist heute Mittelpunkt eines Parks.

Gesundheit, Glück und Lotterie-Gewinn

Steil ist der Aufstieg zum chinesischen Tempel. Die Stufen führen vorbei an einem Altersheim und an mehreren Altären, an denen Gläubige vor Mönchen niederknien. Thais geben kleine Opfergaben, zumeist Kleingeld, und bitten den Mönch um seinen Segen. Nicht nur für ein langes Leben, für Gesundheit und Glück, ebenso für einen Hauptgewinn in der Lotterie.

Weitere Schreine befinden sich in Höhlen, die zumeist von Chinesen betreten werden. Thai-Chinesen verehren diesen Tempel und suchen ihn vor allem zum chinesischen Neujahrsfest auf. Von der Chakraphong-Höhle führen Stufen zum Gipfel des Berges hinauf. Die Anstrengung wird belohnt durch eine weite Sicht auf Si Chang, die kleinen vorgelagerten Inseln und das umtriebige Hafenleben.

Diese schmucke Villa soll König Chulalongkorn für eine seiner Nebenfrauen errichtet haben Jetzt ist es an der Zeit, eine Ruhepause einzulegen. Der Taxifahrer lenkt sein Tricycle bergauf und auf dem kurvenreichen Abstieg zum Strand mit Tischen und Sonnenschirmen. Nur wenige Gäste, keine dröhnende Musik, keine störenden Händler wie an Pattayas Stränden. Ideal zum Relaxen, zum Schwimmen, zum Schnorcheln an den Klippen, für ein Picknick oder einen kurzen Mittagsschlaf. Die im Strandrestaurant bestellten thailändischen Speisen sind schmackhaft und preiswert.

Sri Racha liegt eine halbe Autostunde von Pattaya entfernt auf dem Weg in die Provinzhauptstadt Chonburi. Die Stadt ist mit dem Bus und natürlich mit dem Taxi zu erreichen. Die Fähren verkehren von frühmorgens bis in die späten Nachmittagsstunden.

Wer den Ausflug nicht auf eigener Faust unternehmen möchte, kann die komplette Inseltour im TUI-Infocenter in der Arkade des Siam Bayview Hotels an der Beach Road buchen. Ansprechpartner ist dort von 18 bis 20 Uhr (ausser donnerstags und samstags) Axel Borsdorf (Tel.: 01.861.5154). Das Ticket kostet 800 Baht und schliesst die Fähre, Inselrundfahrt und Mittagessen ein. Ein Schnellboot bringt die Passagiere in rund 40 Minuten zur Insel und passiert dabei zahlreiche grosse Frachtschiffe. Zu sehen sind auf der Hin- und Rückfahrt weiter Pattayas und Nakluas Küste sowie der Tiefseehafen Laem Chabang. Die Tour findet jeden Dienstag unter deutschsprachiger Reiseleitung in kleiner Gruppe bis zu 16 Personen statt.

 
 
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