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Letzte Aktualisierung: 07.02.2010
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Der vergessene Sommerpalast

Auf der Insel Si Chang erholten sich einst thailändische Könige

Östliche und westliche Architektur bestimmten den Stil beim Bau der Sommerresidenz auf der Koh Si ChangKoh Si Chang, die kleine Insel vor der Küste von Sri Racha in der Provinz Chonburi, belegt einen ganz besonderen Platz in der Geschichte der Chakri-Dynastie. Drei ehemalige Könige verbrachten ihre Urlaube auf dieser Insel.

Die noch immer bestehende Verbindung zum Königshaus kann man an den Namen rund um die Insel erkennen. Fast alles ist nach den Mitgliedern der Königlichen Familie oder hohen Offizieren und Staatsbeamten von König Chulalongkorn, Rama V., benannt worden.

„Manche der Strassen, Gebäude, Brücken, Parks und Tempel sind nach hochrangigen Beamten benannt worden, die massgeblich zu ihrer Konstruktion beigetragen haben, andere Plätze erhielten die Namen wertvoller Edelsteine“, erläutert Suraphol Chunhabundit, Wissen- schaftler an der Chulalongkorn-Universität, der lange Zeit auf der Insel wohnte und hier viel über deren Geschichte lernte.

König Mongkut oder Rama IV. schätzte die Insel wegen ihrer frischen und klaren Luft, von der er glaubte, dass sie für das hohe Lebensalter der Bewohner verantwortlich sei. Doch obwohl der König in der Mitte des 19. Jahrhunderts periodisch Ausflüge auf die Insel unternahm, schlief er stets auf seinem Schiff und errichtete keine permanente Residenz.

Das Gesicht der Insel veränderte sich beträchtlich während der Regentschaft von König Rama V., als das Eiland zu einem geschäftigen Hafen und einem der Einfallstore ins damalige Siam wurde. Nachdem Prinz Vajiravudh (der später als König Rama VI. den Thron bestieg) mehr als acht Monate auf der Insel gelebt hatte, um sich von einer schweren Erkrankung zu erholen, wurde Si Chang zum beliebtesten Ort für Rekonvaleszenten unter den Mitgliedern der Königlichen Familie.

Doch es dauerte noch bis zum Jahr 1892, ehe die Königliche Sommerresidenz den formellen Status eines Palastes erhielt. Als Königin Sri Bajarindra am 5. Juli 1892 ihrem Sohn Prinz Chudadhuj Daradilok in der Chudadhuj-Thronhalle auf der Insel das Leben schenkte und einen Monat später der neugeborene Prinz in einer traditionellen Zeremonie gesegnet wurde, erhielt die Sommerresidenz auf Si Chang den offiziellen Namen Chudadhuj-Palast.

Der Sommerpalast umfasste vier herrschaftliche Wohnhäuser, 14 Hallen und einen Pavillon, umgeben von zahlreichen Teichen, Bächen, Klippen und Höhlen. Die Architektur des Palastes spiegelte das soziale und politische Klima jener Zeit wider. Der westliche Einfluss war unübersehbar. „Nehmen wir die Pagoden-Kirche des Tempels Assadang Nimit als Beispiel“, erklärt Suraphol, der Wissenschaftler. „Es ist wahrlich ein Gebäude, in dem der Osten auf den Westen trifft, mit der traditionellen Thai-Pagode, die auf der Spitze der westlich gewölbten Kirche errichtet wurde.“ Die Fussböden bestanden aus Marmor und die Fenster aus buntem Glas.

Bedauerlicherweise war es der westliche Kolonialismus, der die Königliche Familie dazu veranlasste, die Insel zu verlassen. Der französisch-siamesische Konflikt über die Souveränität des benachbarten Laos führte zu einer Aggression französischer Kriegsschiffe, die den Hauptstrom Chao Phraya blockierten. Die Franzosen stationierten auch Truppen entlang der Ostküste Siams, worauf die Insel Si Chang als Aufenthaltsort für die Königliche Familie nicht mehr als sicher galt.

Trotz des französisch-siamesischen Vertrages von 1893, in dem Siam das Land auf dem linken Ufer des Mekong-Flusses an die Franzosen abtreten musste, zogen diese ihre Truppen erst zehn Jahre später aus Siam ab. Der Palast auf Si Chang blieb verlassen, und einige herrschaftliche Häuser, die sich noch im Bau befanden, blieben unvollendet.

Im Jahr 1901 stellte König Chulalongkorn fest, dass der Herrensitz Munthat Rattanarot noch nicht fertiggestellt war. Er ordnete an, dass das Gebäude aus goldenem Teakholz zerlegt und nach Bangkok gebracht wurde. Aufgrund eines Königlichen Dekrets wurden die Teile zum Dusit-Palast gebracht und dort als das heute berühmte Vimanmek-Herrenhaus wieder zusammengesetzt. Das achteckige steinerne Fundament, auf dem das Originalgebäude einmal gestanden hat, kann man heute noch auf dem Gelände des Chudadhuj-Palastes auf Si Chang sehen.

Die Zeit verging, und der einmal prächtige Palast verfiel zu einer Ruine. Erst vor einigen Jahren wurden Renovierungspläne bekannt. „Wir arbeiten an einer Renovierung seit 1999. Ein Budget von 30 Millionen Baht wurde für die Wiederherstellung des Chudadhuj-Palastes zur Verfügung gestellt“, sagte Tourismus- und Sportminister Sonthaya Khunpluem anlässlich einer Feier zum 150. Geburtstag von König Chulalongkorn.

Die Regierung möchte den Chudadhuj-Palast zum Stolz der Insel Si Chang und der Bürger der Provinz Chonburi machen. Zahlreiche staatliche Dienststellen und private Unternehmen arbeiteten zusammen an diesem Projekt. Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn spendete ebenfalls aus ihrem persönlichen Fonds für die Renovierung des Chudadhuj-Palastes.

Quelle: http://der-farang.com/

 
 
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