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Unterwegs · Reise-Informationen und Neuigkeiten aus Thailand
Letzte Aktualisierung: 07.02.2010
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Höhlen und heisse Quellen in der Provinz Kanchanaburi

Die Provinz Kanchanaburi ist eine der fruchtbarsten des Landes und wegen ihrer herben Naturschönheiten mit dem Norden Thailands in einem Atemzug zu nennen. Und inzwischen bei vielen Ausländern und Thais beliebter als die Regionen Chiang Mai und Chiang Rai. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Kanchanaburi, sieht man von der Brücke am Kwai und den bekanntesten Wasserfällen einmal ab, nicht so überlaufen scheint wie der hohe Norden.

Kanchanaburi bietet seinen Gästen vielfältige Attraktionen, die nicht einmal in einer Woche mit dem Auto anzufahren sind. Die Provinz erstreckt sich von der Nachbarregion Nakhon Pathom über rund 300 Kilometer bis zum burmesischen Grenzübergang am Drei-Pagoden-Pass. Touristen erleben kulturelle Sehenswürdigkeiten wie Tempel und den historischen Park Muang Singh (Löwenstadt), archäologische Ausgrabungen im Museum Ban Kao, den Zweiten Weltkrieg als Historie, Tropfsteinhöhlen, weitläufige Nationalparks mit reicher Fauna und Flora und riesige Talsperren als Angelparadiese, aber auch einen Safaripark und eine unter königlichem Schutz stehende Farm mit annähernd 2.000 Hunden.

Einstmals Teil des Khmer-Reiches

Die Provinz Kanchanaburi wurde vor Jahrhunderten kulturell von ihren zwei grossen Nachbarstädten Nakhon Pathom und U-Thong, dem damaligen Kulturzentrum, beeinflusst. Mit dem Aufstieg der Khmer wurde Kanchanaburi auch ein Teil des Khmer-Reiches. Davon zeugen heute noch Bauwerke wie das Prasat Muang Singh.

Während der Ayutthaya-Periode wurde die Provinz als Grenzgebiet zwischen Burma und dem damaligen Siam wichtig. Bis in die Zeit König Ramas III. aus der noch herrschenden Chakri-Dynastie prallten hier die Armeen Burmas und Siams aufeinander.

In der 40.000 Einwohner zählenden Provinzstadt vereinen sich die Flüsse Kwae Yai und Kwae Noi zum Mae Klong, weltbekannt wurde Kanchanaburi indessen durch den Hollywoodfilm „Die Brücke am Kwai" mit Alec Guiness in der Hauptrolle.

Obwohl das Bauwerk am 13. Februar 1945 von amerikanischen Bombern zerstört wurde und der Nachbau dem Original kaum mehr ähnelt, pilgern täglich Tausende Touristen zur und über die Brücke. Wer diesem Stau entgehen möchte, kann am winzigen Schalterhäuschen ein Ticket für die Eisenbahn lösen, auch bis Nam Tok, dem Endpunkt der Eisenbahnlinie am überlaufenden Wasserfall Sai Yok Noi.

Fahrgäste müssen sich in Geduld üben. „Der Zug hat jeden Tag Verspätung", gibt die Besitzerin eines Kiosks bereitwillig Auskunft. Wir gaben nach über einer Stunde auf und setzten unsere Reise im Auto fort.

An den Zweiten Weltkrieg, den japanischen Besatzern und den Toten beim Bau der Eisenbahnlinie nach Burma erinnern in der Stadt weiter das Kriegsmuseum mit der Rekonstruktion eines Gefangenenlagers und zwei Soldatenfriedhöfe. Die „Todeseisenbahn" (Death Railway) soll 16.000 gefangenen Allierten und etwa 100.000 Kulis aus Indien, China, Burma, Indonesien, Malaysia und Thailand das Leben gekostet haben.

6.982 Alliierte fanden ihre letzte Ruhestätte auf einem nur wenige Kilometer vom Bahnhof entfernten Soldatenfriedhof. Das Areal wird von einer Commenwealth-Stiftung unterhalten. An Gräbern niedergelegte Blumen und Gestecke zeigen, dass der Friedhof immer noch von vielen Angehörigen und Freunden der Gefallenen besucht wird.

Es gibt im Westen Thailands aber viel mehr zu sehen. Aufgesucht wird Kanchanaburi vorderst von Naturliebhabern und Wassersportfans. Eine Fahrt mit einem schnellen Langboot auf dem Kwae Yai oder dem Kwae Noi sollte ein Muss sein. Die Reise führt vorbei an von Lotusblumen umgebenen kleinen Inseln, an auf Flössen errichteten schwimmenden Häusern, an Klippen und Höhlen - dabei immer im Blickfeld: eine faszinierende Bergwelt!

Geruhsamer geht’s unter Schilfhütten an Bord von Flössen, die je nach Bedarf zu einer Kette zusammengefasst und von einem Boot auf Flüssen oder Stauseen gezogen werden. Ein weiterer Höhepunkt eines unvergesslichen Urlaubs!

Zwei Exkursionen könnten auf dem Programm stehen: der Erawan-Nationalpark und die 250 lange Autofahrt zum Drei-Pagoden-Pass. Die Strasse an die burmesische Grenze ist anfangs breit und bestens ausgebaut, später allerdings schmaler, kurvenreicher und schlaglochreich. Aber die Fahrt lohnt sich. 

Der Tourist passiert die heissen Quellen Hin Dad Hot Springs, denen eine heilende und vorbeugende Wirkung nachgesagt wird, und gelangt zur Khao Lam-Talsperre. In der Provinz ist es einige Grade kühler als im heissen Bangkok, doch an der 1.019 Meter langen und 92 Meter hohen Staumauer glaubt sich der europäische Urlauber in einen mediterranen Frühling versetzt.

Weiter geht’s schier endlose Kilometer am riesigen Wasserreservoir entlang, vorbei am Khao Lam-Nationalpark und an kleineren Wasserfällen in Richtung Sangklaburi. Weniger Kilometer vor der Stadt zweigt die Strasse zur burmesischen Grenze ab. Die in Reiseführern immer wieder erwähnten drei Pagoden erweisen sich allerdings als buddhistische Miniaturbauwerke, kaum grösser als der sie fotografierende Tourist.

Thais können problemlos über die Grenze und das einige Kilometer entfernte erste burmesische Dorf aufsuchen. Dem Ausländer wird vom thailändischen Grenzbeamten empfohlen, sich im nahen Sangklaburi einen Einreisestempel zu besorgen.

Der Grenzübergang hat nicht viel zu bieten. Ausser für Pick-up- und Lkw-Fahrer. Denn die an Ständen angebotenen Möbel sind hier wesentlich preiswerter als in Bangkok oder Pattaya. Beim Einkauf anderer Produkte - dazu zählen auch Orchideen - ist Vorsicht geboten. Auf der Rückfahrt kontrollieren Soldaten jedes Fahrzeug.

Der Eriwan-Nationalpark mit seinen grandiosen Wasserfällen befindet sich an der zweiten Talsperre der Provinz, dem Sri Nakarin Dam. Hohe Berge teilen die Täler mit den beiden Flüssen Kwae Noi und Kwae Yai. Bizarre Klippen, Höhlen und Bambuswälder charakterisieren diese Gegend. Sie ist die Quelle des siebenstufigen Erawan-Wasserfalls, der seine Wassermassen dem Kwae Yai zuführt und der als einer der schönsten und atemberaubendsten des Landes gilt.

Ein teilweise sehr steiler Wanderweg führt parallel zum Wasserfall bis auf die siebente Stufe. Auf allen Ebenen darf gebadet werden, und dieser Einladung kommen neben Thais auch die meisten Ausländer nach. Das Quellwasser ist erfrischend kühl und sauber. Ein Tipp: Besucher sollten Rucksack oder Tasche mit Handtuch und Bekleidung zum Wechseln bei den Mitarbeitern der Forstverwaltung in deren Kontrollstation an der unteren Wasserfallstufe hinterlassen. Dann stört dieses Gewicht nicht beim beschwerlichen Aufstieg.

Die Naturschönheiten Kanchanaburis lassen sich auch auf dem Mountainbike, bei Kanufahrten, auf dem Rücken von Pferden und beim Elefanten-Trekking erschliessen. Ohnehin wird in dieser Provinz Sport gross geschrieben: Golfplätze, Rafting, Angeln, Bootstouren und Bootsrennen lassen keine Langeweile aufkommen.

Tipps für die Reise

Anreise: Mit dem Auto von Pattaya nach Bangkok, in Bangna auf den Expressway, dann links in Richtung Dao Khanong abbiegen, später auf den Äusseren Ring und links auf dem Highway Nr. 4 bis nach Nakhon Pathom und weiter auf der Highway 323. Von Bangkok aus kann Kanchanaburi mit dem Bus ab Southern Bus Terminal und mit der Eisenbahn ab Noi Railway Station erreicht werden.

Touren: In Pattaya bieten verschiedene Reisebüros ein- oder mehrtägige Busfahrten in die westliche Provinz an. Wer Zeit mitbringt, sollte mindestens zwei Übernachtungen buchen.

Unterkünfte: In der Stadt Kanchanaburi und an den beiden Flüssen Kwae Noi und Kwae Yai gibt’s Unterkünfte für jeden Geldbeutel, vom preiswerten Gästehaus bis zum Fünf-Sterne-Hotel. Wir hatten uns für das zwei Jahrzehnte alte River Kwai Village Hotel entschieden, rund 60 Kilometer von der Provinzhauptstadt entfernt am Fluss Kwai Noi. Das ständig erweiterte und modernisierte Hotel in einem dschungelgleichen Park bietet jeden Komfort (u.a. zwei Swimmingpools) und 191 Zimmer in vier verschiedenen Preisklassen: von 1.500 bis 2.800 Baht, bei längerem Aufenthalt gibt’s reichlich Discount. Übernachtet wird in Hausbooten auf dem Fluss, im Mountain Wing (Standard) sowie in den luxuriöseren River Wing und Royal Wing.

Wer sich in der Provinz für ein flossähnliches Hausboot entscheidet, muss mit Lärm rechnen: Mit der Morgendämmerung starten die Langboote, die Belästigungen dauern den Tag an. Für Langschläfer sind diese Unterkünfte weniger geeignet.

 
 
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