Wissenswertes zum Buddhismus
Feiertage, Bibeln, Mönche und Erleuchtung
von Duangdee K. (Khun Daeng)
Es gibt im Jahr drei buddhistische Feiertage, die jeweils immer auf einen Vollmond fallen, der erste: Makha Bucha (zwischen Feb.-März), der zweite: Visakha Bucha (Mai) und der dritte: Asaanha Bucha (dieses Jahr am kommenden 21. Juli, kein offizieller, nur buddhistischer Feiertag, das heisst, Ämter und Banken sind geöffnet).
Feiertage
An Makha Bucha (Feb.-März) erinnert man an eine Wundererscheinung: 1250 von Buddhas Anhängern versammelten sich, um seine Predigt anzuhören. Sie kamen alle an diesem Tage zusammen, ohne sich vorher verabredet zu haben. Diese 1250 Anhänger wurden von Buddha ordiniert und sind dann später alle in die Erleuchtung eingegangen.
Wisakha Bucha (Mai), Erinnerung an Buddhas Geburt, Erleuchtung und Nirwana*
Asaanha Bucha (Juli), Erinnerung an Buddhas erste Predigt – dadurch entstanden die buddhistischen Mönche und somit auch die Entstehung der buddhistische Dreieinigkeit: Phra Ratana Trei = drei heiligen Edelsteine. Der 1. Edelstein ist der Lehrer der Erleuchtung (Buddha), der 2. Stein ist die Lehre der Erleuchtung, der 3. Stein sind die Mönche, die Buddhas Lehre weitergeben (erst am nächst folgenden Tag gilt dann als ein Nationalfeiertag wegen dem Beginn der buddhistischen Fastenzeit).
Buddhistische Bibeln
Buddhistische Bibeln sind in 3 Gruppen eingeteilt:
Pra Winai-pidog: 227 Regeln für die Mönche
Pra Sutanta-pidog: Buddhas Predigt und Märchenerzählungen als Gleichnisse.
Pra Apitham-pidog: die höchste Lehrstufe des Buddhismus (tiefergehende Meditation, innere Einkehr, Betrachtung der Vergänglichkeit der Natur
Mönche in Thailand
Durch die Ausbreitung des Buddhismus von Indien aus in weitere Länder ging einiges von Buddhas ursprünglicher Lehre verloren. Oft haben die Menschen den Sinn seiner Lehre ein bisschen geändert und fügten ihre eigene Denkweise hinzu, um sie so der Tradition der jeweils Einheimischen anzupassen. Nach volkstümlicher Tradition glauben Thais, dass ein Mensch, der auf sein Wohlbehagen verzichtet, um sich für die Lehre des Buddhismus nützlich zu machen, hohe Verdienste erwirbt. Denn durch die Ordinierung von jüngeren Männern kann die buddhistische Lehre weiter bestehen. Schon allein der Glaube öffnet den Menschen den Weg zur Seligkeit. Thais glauben auch, dass man durch seine Verdienste erhaltene Seligkeit an andere Menschen weitergeben kann, die noch leben und sowohl auch die schon verstorben sind. Böse Worte und Taten, die der Verstorbene Zeit seines Lebens begangen hat, werden dadurch aufgehoben, und er kann die ihm übertragenen Verdienste in sein nächstes Leben mitnehmen.
Wie lange ins Kloster?
Es ist jedem Mann freigestellt, wie lange er Mönch sein will: für 1-3 Tage, 1 Woche, 3 Monate oder für das ganze Leben. Oft erfolgen Ordinationen für kurze Zeit aus folgenden Gründen :
Für die Eltern
Der Ordinierte erweist seinen Eltern Dankbarkeit, indem er die durch seine Verdienste erhaltene Seligkeit an die Eltern weitergibt. (Mutter und Vater werden bei den Thais hoch geschätzt.)
Für eine geachtete Person im Allgemeinen
(z.B. für einen Verwandten, einen Gönner, für den König oder dessen Familienmitglieder etc.)
Für eine geliebte Person, die schon verstorben ist
Buddha hat die Menschen und ihr Auffassungsvermögen mit dem Lotuszustand verglichen, die nicht alle gleich wachsen:
Die erste Gruppe von Lotus sind jene, die schon hoch aus dem Wasser herausragen, und sobald die Sonne drauf scheint, blühen sie auf. Diesen Zustand verglich er mit Menschen, deren Seele schon hoch entwickelt ist; sobald sie seine Lehre hören, verstehen sie sofort und gehen dann in die Erleuchtung ein.
Die zweite Gruppe Lotus, sind die, di gerade die Wasseroberfläche erreichen und in den nächsten Tage aufblühen werden. Das sind Menschen, deren Verstand zwar ziemlich weit entwickelt ist, aber noch nicht so weit wie die erste Gruppe. Sie werden seine Lehre auch verstehen, nur muss sie wiederholt werden. Dann werden sie, wie die erste Gruppe, auch in die Erleuchtung eingehen.
Die dritte Gruppe sind die Lotusknospen, die tiefer, noch unter Wasser geblieben sind. Das sind Menschen, die zwar nicht dumm sind, aber keine Interesse daran haben oder noch nicht bereit sind, andere Meinungen anzunehmen. Sie brauchen noch eine ganze Weile, bis sie mit ihrem geistigen Wachstum “aus dem Wasser herauswachsen”.
Mit der vierten Gruppe schließlich verglich er Menschen mit dem Lotus, der ganz unten an der Wurzel bleibt und oft noch im Schlamm steckt. Damit sind die törichten Menschen gemeint, die seine Lehre niemals verstehen werden. Alle Erklärungen sind umsonst. Daher entstand die Redewendung in der Thaisprache: “Dorg Bua tai Naam” (Lotus unter Wasser). Das bedeutet: “dem brauchst du nichts zu erklären, der wird doch nichts kapieren”. Diese Redensart wird allgemein gebraucht, nicht nur in Bezug auf die buddhistische Lehre.
Der Buddha und die Erleuchtung
Der ursprüngliche Name des Lehrers zur Erleuchtung war “Prinz Siddharta”. (Sit-ta-ta gesprochen) Man nennt ihn Buddha, weil es “der glückselige Allwissende, der aufgewachte Erleuchtete” bedeutet.
Die Erleuchteten besitzen kosmische Intuition - die universelle Botschaft in der eigenen ätherischen Datenbank, bei der man alle Informationen abrufen kann. Diese zeitlose und grenzenlose Allwissenheit (Astralgedächtnis) heißt in der Palisprache: “Sap-pan-yu”.
Buddha wusste schon immer vorher, wem er am nächsten Tag begegnen wird, las seine Gedanken im Voraus - erfuhr von seiner Herkunft, von seinem spirituellen Zustand, indem sich derjenige befindet. Somit konnte Buddha dem Ankömmling die richtigen Hinweise für seinen nächsten Schritt geben. Handelte es sich um eine hoch entwickelte Seele, so sprach Buddha mit ihm zum Beispiel über die Engel, die sich manchmal im Traum offenbaren, um den Menschen etwas auszurichten. Buddha schilderte auch über das Weltall, Planeten, Atome, über den menschlichen Körper usw. Zum Beispiel die Wechselwirkungen der Nervenzellen des Gehirns, die bei Gedanken und Gefühlen eine chemische und physikalische Reaktion haben. Er erklärt von der Bearbeitung des Menschenbewusstseins in verschiedenen Situationen wie beim Einschlafen, beim Träumen, vor dem Sterben, nach der Befruchtung im Mutterleib etc. Jeder Bewusstseinszustand, in dem sich ein Mensch befindet, hat in der Palisprache eine theologische Benennung - und dies sogar mit Zahlenangaben. Ob jemand seine Lehre versteht oder nicht, hängt auch davon ab, wie schwer sein Karma ist, das er aufzulösen hat. Denn bestimmte Schulden von Karma versperren den Weg zur Erkenntnis. Im Allgemeinen ist es sonst im Buddhismus streng verboten, zu veröffentlichen, dass man etwas Überirdisches oder ein Wunder erlebt hat. Mönche dürfen sowieso nicht angeben, auf welcher spirituellen Stufen sie beim Meditieren angelangt sind und so weiter. Wer bei der Astralreise eine göttliche Botschaft empfangen hat, soll den Mund halten. Die meisten Menschen sind nämlich mit ihren geistigen Entwicklungsstadien noch nicht soweit, verstehen nichts davon und halten den Erzähler natürlich für einen Spinner. Durch spöttische Bemerkungen gegenüber den Erleuchteten und ihrer Lehre, was heilig ist, baut man unbewusst schweres Karma auf, und der Erzähler ist mitschuldig.
Die Erleuchteten besitzen eine aussergewöhnlich natürliche Schönheit; besonders die Haut, die auffallend leuchtet. Sie sind mit den Lichtkräften des gesamten Kosmos verbunden und haben keine Gemütsbewegungen mehr - nicht erregbar mit den irdischen Reizen wie Wut, Angst, Trauer, Habgier, Machtgier, Ärger, Unzufriedenheit, sexuelle Gelüste etc. Ein Mensch in solchem Zustand hat eine besondere Ausstrahlung, von der universellen Liebe aus fliessen ihre Schwingungen harmonisch in der Aura. Wenn ihnen die wilden Tiere im Wald begegnen, werden sie gleich brav. Sie werden wie von der kosmischen Vibration “massiert”, dass es ihnen so gut tut, und sie vergaßen den Hunger. Als der berühmte Mörder mit Namen Angulimala (Ong-kuli-marn gesprochen) im Wald nach Buddha rannte, um ihn zu töten und dabei laut schrie “Halt !”, konnte er ihm aber nichts antun. Buddha sprach nur 3 Worte mit ihm : “ich halte schon” (er meinte: stop Karma zu bauen). Der Mörder bekam ein schlechtes Gewissen und wurde Mönch, der dann später auch in die Erleuchtung einging.
Viele westliche Menschen betrachten Buddha als egoistisch, weil er Frau und Sohn verlassen hat, als er in die Wälder ging. Die grossen Lehrer haben sich immer schon von der Welt zurückgezogen – zurück in die Einsamkeit. Sie führten ein sehr einfaches Leben; verbringen ihr Dasein in einer unkomplizierten Leichtigkeit. Für Buddha war damals die Zeit reif; er fühlte sich als Lichtbringer verpflichtet, an andere Orte zu gehen, um nach der Wahrheit zu suchen. Nach seiner Erleuchtung besuchte er seine Eltern, Frau und Sohn, und später gingen alle seine Familienmitglieder auch in die Erleuchtung.
Buddhas Anweisungen für den allgemeinen Gebrauch:
- Das Böse sein lassen – einfach und bescheiden mit der Natur im Einklang leben. Stürze niemanden ins Unglück.
- Nur Gutes tun – mehr geben als nehmen. Immer bei einem mittleren Mass bleiben, kein Fanatismus, kein Extremismus. Glaube und realistisches Denken sollen Hand in Hand gehen. Immer bereit sein, etwas Unerwartetes zu konfrontieren, etwas Neues zu akzeptieren und fähig sein, die Gegensätze zu empfangen und sie passend zu kombinieren. (nicht an der alten Gewohnheit festhalten).
- Halte den Geist stets leuchtend rein. Positiv denken, frei von Neigungen, keine Vorurteile haben.
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