Premierminister Samak Sundaravej
Samak Sundaravej, auch Samak Sunthornvej (Thai สมัคร สุนทรเวช, Aussprache: sà-màk sŭn-tʰon wêt), geboren am 13. Juni 1935 in Bangkok, Thailand, ist thailändischer Politiker und Vorsitzender der im August 2007 neu gegründeten Partei Phak Palang Prachachon (PPP). Am 28. Januar 2008 wurde er zum Ministerpräsidenten seines Landes gewählt und am nächsten Tag ernannt.
Allgemeines
Samak ist chinesischer Abstammung, sein ererbter Familienname war Lee. Er hat fünf Geschwister und besuchte das Saint Gabriel´s College, das Assumption Commercial College sowie die Thammasat-Universität. Er besitzt ausserdem Zertifikate der Chulalongkorn-Universität und des Bryant & Stratton College.
Samak betätigte sich aber nicht nur als Politiker, sondern war sieben Jahre lang auch ein bekannter Fernseh-Koch. Bis zum Militärputsch im September 2006 war er Gastgeber einer Koch-Show mit dem Titel Tasting-Grumbling im Fernsehsender ITV, was im Deutschen soviel wie Kosten-Nörgeln heisst. Damals sagte er, wenn er einmal Premierminister sein sollte, wolle er seine Karriere als Fernsehkoch trotzdem fortsetzen. „Die Verfassung verbietet es einem Premierminister nicht, übers Essen zu reden“, meinte er. Er schwärmte von einem sonntäglichen Ein-Stunden-Programm.
Samak ist verheiratet mit Khunying Surat Sundaravej, einer Finanzberaterin der Charoen Pokbhand Group. Die beiden haben zwei Kinder.
Politische Karriere
1968 wurde Samak Mitglied der Demokratischen Partei. Er hatte gute Verbindungen zum Militär und wurde Anführer des abtrünnigen rechten Flügels der Partei. Nach den Parlamentswahlen von 1976 wurde er stellvertretender Innenminister im Kabinett von Premierminister Seni Pramoj und machte sich schnell einen Namen, indem er zahlreiche linke Aktivisten verhaften liess.
Nachdem er wegen eines Disputs über die Rückkehr des gestürzten und ins Exil nach Singapur geflohenen Feldmarschalls Thanom Kittikachorn seine ministerielle Position verloren hatte, organisierte er eine Anti-Regierungs-Demonstration, in der die Ablösung dreier junger Minister der Demokratischen Partei gefordert wurde, die Samak als „Kommunisten“ brandmarkte. Am Abend des Massakers vom 6. Oktober 1976 führte er einen Mob an, der sich Premierminister Seni vor dem Regierungsgebäude in den Weg stellte. Obwohl er im Frühjahr 2008 in Interviews, unter anderen mit CNN, jede Mitschuld an dem Massaker bestritt, bei dem offiziell 46 Menschen ums Leben kamen, behauptete er gleichzeitig, dass es damals lediglich ein Todesopfer gab. Aussagen von Augenzeugen, Dokumente und veröffentlichte Berichte identifizieren Samak jedoch eindeutig als Hauptdrahtzieher des Radioprogramms „Armoured Car“ (Panzerwagen), eines ultra-rechten Senders, der pausenlos anti-kommunistische und rechts-populistische Propaganda verbreitete. Samak benutzte diesen Sender, um den Hass gegen die Studenten der Thammasat-Universität noch mehr zu schüren. Damit verstiess er vorsätzlich gegen eine Anordnung des Premierministers, sofort mit der weiteren Spaltung der Nation aufzuhören.
Nach dem Putsch vom 6. Oktober 1976 wurde Samak Innenminister unter Premierminister Tanin Kraivixien, einem Anti-Kommunisten, dem der Ruf von Ehrenhaftigkeit vorausging. Sofort nach seinem Amtsantritt ging Samak massiv gegen vermeintliche Linke vor, überwiegend Studenten, Schriftsteller und andere Intellektuelle, die zu Hunderten verhaftet wurden.
Nach dem Militärputsch von General Kriangsak Chomanan im September 1977 sowie in den relativ ruhigen Folgejahren verschwand Samak als Führer seiner rechtspopulistischen Pratchakorn Thai Partei weitgehend aus den Schlagzeilen. Nach einem weiteren Militärcoup 1992 unter General Suchinda Kraprayoon war Samak Sundaravej als Vize-Premierminister wieder zurück auf der politischen Bühne. Großdemonstrationen und ein Machtwort des Königs zwangen Suchinda jedoch zur Abdankung und ermöglichten die Rückkehr zur Demokratie. Samak rechtfertigte das brutale Vorgehen des Militärs gegen die Demonstranten im sogenannten „blutigen Mai“ mit den Worten, die Regierung habe das Recht dazu, solange US-Truppen Menschen in anderen Ländern töten könnten. Er spielte damit auf den ersten Irak-Krieg vom 2. August 1990 bis zum 28. Februar 1991 an. Er blieb bei seiner Meinung, dass das Militär nur versucht habe, Recht und Ordnung aufrecht zu erhalten, nachdem die pro-demokratischen Demonstranten, die er als Unruhestifter bezeichnete, die Herrschaft des Mobs herbeiführen wollten. Er zeigte auch später keine Anzeichen von Reue.
Im Juli 2000 wurde Samak zum Gouverneur von Bangkok gewählt und versprach, die Korruption zu bekämpfen. Nach vier Jahren räumte er aber ein, dass er ihr Ausmaß unterschätzt hätte und dass man machtlos dagegen sei. Zur Wiederwahl trat er nicht mehr an. Nach dem Ende seiner Amtszeit als Gouverneur wurde er Talkmaster im Fernsehen.
Vorsitzender der Phak Palang Prachachon (PPP)
Nachdem die Partei Thai Rak Thai (TRT) des gestürzten Premierministers Thaksin Shinawatra am 30. Mai 2007 vom Obersten Gerichtshof aufgelöst und zahlreiche ihrer Mitglieder für fünf Jahre mit einem politischen Bann belegt worden waren, gründeten einige Parlamentsabgeordnete der TRT am 29. Juli 2007 die Nachfolgepartei PPP und wählten am 24. August 2007 Samak Sundaravej zum Vorsitzenden sowie den ehemaligen Kabinettsminister Surapong Suebwonglee zum Generalsekretär. Man beschloss, an den noch im gleichen Jahr stattfindenden Parlamentswahlen teilzunehmen. Samak hatte zuvor öffentlich erklärt, dass er sich als Stellvertreter Thaksins fühle. Eines der wichtigsten Ziele der Partei sei es, dessen Rückkehr aus dem Exil zu ermöglichen.
Aus den Wahlen vom 23. Dezember 2007 ging die PPP mit 228 Parlamentssitzen zwar als Siegerin hervor, doch reichte das nicht für die absolute Mehrheit im Parlament, in dem 480 Abgeordnete vertreten sind. Samak gelang es, mit fünf kleinen Splitterparteien eine Sechs-Parteien-Koalition zu bilden, die zusammen fast eine Zweidrittelmehrheit im Parlament erreicht. Bei der Wahl des Premierministers am 28. Januar 2008 erhielt Samak denn auch 310 Stimmen, sein Kontrahent Abhisit Vejjajeeva, Vorsitzender der Demokratischen Partei, bekam nur 163. Am nächsten Tag wurde Samak vom König offiziell zum Regierungschef ernannt. Am 6. Februar wurde sein Kabinett, einschliesslich ihm selbst als Verteidigungsminister, feierlich vom König bestätigt und eingeschworen. Am 28. Februar kehrte Thaksin Shinawatra aus dem Exil nach Thailand zurück und genoss einen triumphalen Empfang. Einen Tag später erklärte ein sichtlich verärgerter Samak, er sei der wahre Führer des Landes, obwohl in allen Teilen der Bevölkerung die Meinung vorherrscht, dass Thaksin die treibende Kraft hinter dieser neuen Regierung ist.
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