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Letzte Aktualisierung: 07.02.2010
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Thaivölker
Die Thais waren chinesische Bauern
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Herkunft der Thais - Büffelzucht und Pfahlbauten

Die Thais waren ausgeprägte chinesische Bauern

Thais forschen weiter nach ihren Wurzeln. Kommen sie aus der Mongolei, aus dem Norden oder Süden Chinas?

Über die Herkunft der Thais gibt es noch eine Menge zu lernen. Jetzt beteiligen sich auch Gelehrte aus Südchina an der Suche nach Antworten auf die Frage: Wo kommen die Thais her?

Diese einfache Frage hat die Menschen lange Zeit verwirrt. Noch bis vor kurzem glaubten die meisten Historiker an die Theorie von Dr. William Clifton Dodd, einem amerikanischen Missionar, der Anfang des letzten Jahrhunderts in Nordthailand lebte. Er hatte die Bewegungen der ethnischen Gruppen verfolgt, die in dieser Region leben und Varianten der thailändischen Sprache sprechen.

Nach Dodds Theorie lebten die Thais ursprünglich im Norden Chinas, in der Nähe des Altai-Gebirges. Dann wanderten sie auf direktem Wege nach Süden nach Tali Fu, mit seiner reichen und komfortableren Umwelt. Der Nongsae-See lieferte Nahrung und reichlich Wasser für die Landwirtschaft. Die Thais waren eher Bauernfamilien, betrieben ausgeprägte Büffelzuchten und lebten in Pfahlbauten.

Da die Thais aber regelmässig von anderen Völkern aus dem Norden angegriffen wurden, wanderten sie weiter nach Süden bis sie schliesslich Königreiche in der Gegend gründeten, die man auch heute noch Thailand nennt.

Diese Theorie etablierte sich vor ungefähr 60 Jahren selbst in thailändischen historischen Studien. Nicht lange danach wurde sie zur nationalen Politik, um mit ihr den Patriotismus zu fördern nach dem Motto: Die thailändische Nation war eine antike Supermacht, die einmal in China ansässig war, aber nach Süden wandern musste.

Für viele Jahre hatten Gelehrte, die sich mit der thailändischen Geschichte befassten, Schwierigkeiten, neue Fakten zu finden, speziell in China, wo man ausländischen Akademikern keinen roten Teppich ausbreitete. Ohne neue Erkenntnisse wurzelten die thailändischen Geschichtsstudien weiterhin in der Theorie des Dr. Dodd.

Erst als sich China für Ausländer mehr öffnete, begannen thailändische Historiker das Land zu besuchen, um solide Antworten auf die alte Frage nach der Herkunft der Thais zu finden.

Es entwickelte sich alsbald eine neue Theorie, nach der die Thais oder Tais sowie eine Untergruppe, die Dai, die Provinz Yunnan im Süden Chinas, Burma, Laos und den Norden des heutigen Thailands besiedelten.

Sie lebten am Mekong und dem Roten Fluss und waren niemals aus einem Land im Norden Chinas geflohen. Stattdessen haben sie sich nur einfach ausgebreitet, indem sie Familien gründeten, in neue Siedlungen expandierten und dennoch immer in Kontakt miteinander blieben.

Chinesische Gelehrte haben Untersuchungen in der gleichen Richtung durchgeführt und sind zu ähnlichen Ergebnissen gekommen. Sie waren auch am Studium der Kultur der eingeborenen Dai-Tai in Yunnan interessiert, wie sie leben, was sie essen, welchen religiösen Glauben sie besitzen, wie sie sich kleiden und welches traditionelle Wissen sie besitzen. Je moderner China wurde, umso ernsthafter wurden diese Studien durchgeführt, um die Entwicklung der Dai-Tai-Kultur planen zu können.

Professor Zheng XiaoyunEiner der eifrigsten Forscher ist Professor Zheng Xiaoyun, stellvertretender Direktor des Instituts für Ethnologie und Entwicklung der Akademie der Sozialwissenschaften der Provinz Yunnan. Nachfolgend einige seiner Erkenntnisse über die ethnische Minderheit der Dai-Tai:

Die Tai in China, früher bekannt als Nation der Dai, zählen rund 1,2 Millionen Menschen. Sie konzentrieren sich vor allem in der Provinz Yunnan, bis hin zum Mekong und dem Roten Fluss. Sie haben direkte kulturelle Verbindungen mit Nordthailand. Die Kulturen beider Regionen sind sich sehr ähnlich.

Nach den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde das Sozialwesen der Dai von einer feudalen in eine normale chinesische Gesellschaftsform umgewandelt, womit eine neue Epoche begann. Moderne Ausbildung und Kultur hielten Einzug, Gesundheits- und Transportwesen wurden modernisiert, und speziell in den letzten 20 Jahren entwickelte sich auch der Tourismus.

Diese Entwicklungen haben natürlich das Sozialwesen der Dai und ihre Kultur anhaltend beeinflusst. Heute sprechen und lesen sie neben ihrer eigenen Sprache auch Chinesisch.

Nach Professor Zheng besitzen sie jedoch nach wie vor ihren buddhistischen Glauben und ihre ethnische Identität. Sie leben noch in ihren Häusern im Dai-Stil und auch Kleidung, Essen und Lebensstil haben sie sich nicht nehmen lassen. Doch sie müssen auch mit neuen und ihnen fremden Erfahrungen fertig werden, wie zum Beispiel der Globalisierung, sozialen Veränderungen, Tourismus und wirtschaftlicher Entwicklung. Die ethnische Kultur zu schützen und zu bewahren und sich gleichzeitig auf allen Gebieten weiter zu entwickeln ist eine schwierige, aber äusserst wichtige Aufgabe.

Der zentrale Punkt für die Dai-Tai-Studien in China ist die Provinz Yunnan. Doch noch sind nicht alle Meinungsverschiedenheiten unter den Forschern vom Tisch.

Manche thailändische Wissenschaftler und auch weniger gelehrte normale thailändische Bürger glauben noch immer, dass die ethnische Minderheit der Tai aus Nordchina, ja sogar aus der Mongolei stammt, obwohl es dafür keinerlei Beweise gibt.

Deshalb besteht die Notwendigkeit für noch mehr Austausch der Erkenntnisse und weitere Studien. Mehr Zusammenarbeit soll im neuen Jahrhundert für mehr Verständnis und Freundschaft zwischen China und Thailand sorgen.

 
 
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